Advertisement

Info Diabetologie

, Volume 13, Issue 3, pp 47–47 | Cite as

Translationale Diabetesforschung

Schneller vom Labor zum Patienten

  • Martin Hrabě de AngelisEmail author
aktuell
  • 15 Downloads

Im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung arbeiten mehr als 400 Forscherinnen und Forscher interdisziplinär zusammen, um Translationslücken in der Diabetesforschung zu schließen. Ziel ist es, personalisierte Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln, erläutert DZD-Vorstand Martin Hrabě de Angelis.

Inzwischen sind mehrere Subtypen des Typ-2-Diabetes identifiziert, die verschieden schwer und unterschiedlich gut therapierbar sind.

© Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V.

Wodurch unterscheidet sich das DZD von anderen Institutionen der Diabetesforschung?

Hrabě de Angelis: Das DZD ist eines der 6 Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, die auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gegründet wurden, um die Ursachen von Volkskrankheiten besser zu verstehen und die Entwicklung von medizinischen Innovationen zu beschleunigen. Im Fokus des DZD steht die translationale Diabetesforschung. Unser Ziel ist es, die Translationslücken innerhalb der Medizinforschung, z. B. zwischen grundlagen-, krankheits- und patientenorientierter Forschung zu schließen. Damit Ergebnisse aus dem Labor schneller zu den Patienten gelangen, arbeiten deutschlandweit Wissenschaftler/innen interdisziplinär und standortübergreifend zusammen. Eine Stärke des DZD ist es, Laborergebnisse in klinische Studien zu überführen und zu validieren. Das DZD verfügt über ausgezeichnete Forschungsinfrastrukturen wie Biomaterialbanken, die DZD Computational Core Unit, Geno- und Phänotypisierung, Omics-Technologien, Modellsysteme, die deutsche Diabetes Mausklinik, die Human Islet Biobank, die DZD klinische Studien Plattform und Kohorten.

Woran arbeitet das DZD derzeit?

Hrabě de Angelis: Ein Ziel des DZD ist die Entwicklung personalisierter Präventions- und Behandlungsstrategien. Aktuelle Studien des DZD und aus Skandinavien zeigen, dass es mehrere Subtypen des Typ-2-Diabetes gibt. Zudem weisen DZD-Untersuchungen darauf hin, dass nicht jeder Prädiabetiker das gleich hohe Risiko hat, später einen Diabetes zu entwickeln. Es gibt eine Hochrisikogruppe. Das DZD arbeitet daran, Subtypen zu identifizieren und dafür spezifische Präventionsansätze bzw. Therapien zu entwickeln. Dazu haben wir u. a. große Multicenter-Studien aufgelegt. Zudem verfügt das DZD über einen riesigen Datenschatz. In dem Projekt DZD-Connect führen wir die Forschungsdaten aus den heterogenen Quellen zusammen und analysieren sie mithilfe von innovativen IT-Technologien, um Muster zu erkennen — z. B. für Subtypen des Diabetes.

Was sind weitere Schwerpunkte der Arbeit?

Hrabě de Angelis: Um innovative Ansätze weiterzuentwickeln, ist die Ausbildung von Experten für translationale Forschung wichtig. Daher fördert das DZD junge Ärzte und Grundlagenwissenschaftler in seinem Nachwuchsförderprogramm DZD NEXT. Das Programm umfasst u. a. die jährliche DZD Diabetes Research School ein internationales Postdoc-Programm sowie verschiedene Kurse und Forschungsförderungen. Zudem ist es uns wichtig, die Fachöffentlichkeit aber auch die breite Bevölkerung umfassend über unsere Arbeit zu informieren. Aktuelle Informationen über Diabetesentstehung, die Stoffwechselerkrankung und Folgeerkrankungen vermitteln DZD-Wissenschaftler in Publikationen, auf Kongressen, in Vorträgen, bei Patiententagen oder Einzelgesprächen.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Hrabě de Angelis

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung im Überblick

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Gründungsmitglieder und Partner im DZD sind: Helmholtz Zentrum München, Deutsches Diabetes-Zentrum DDZ, Düsseldorf, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke DIfE, Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. Forschungsgruppen an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie zehn Projektpartner sind assoziierte Partner. Weiterhin gibt es Kooperationen mit Wissenschaftlern im In- und Ausland.

Weitere Infos: www.dzd-ev.de

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.NeuherbergDeutschland

Personalised recommendations