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Info Diabetologie

, Volume 12, Issue 6, pp 47–47 | Cite as

Mit Diabetes leben

Apps helfen bei der Krankheitsbewältigung

  • Friederike Klein
aktuell
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Coping-Training und Psychotherapie ist auch speziell für Diabetespatienten im Internet und über Smartphone und Tablett niedrigschwellig möglich, aber noch in den Anfängen.

Diabetespatienten fühlen sich oft sehr gestresst und können überdurchschnittlich an depressiven Symptomen und Abgeschlagenheit leiden. Distress, Depression und Fatigue können aber auch indirekt zu einer Verschlechterung der glykämischen Kontrolle führen. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) kann das Umgehen mit der Erkrankung, das Coping, erleichtern und hat auch moderate Effekte auf die Blutzuckerkontrolle, berichtete Prof. Frank J. Snoek von der Universität Amsterdam. Allerdings sind die psychotherapeutischen Ressourcen — nicht nur zur Versorgung von Diabetikern — knapp. Daher wurden web- und appbasierte KVT-Programme entwickelt. Sie haben den Vorteil der Anonymität, des niedrigschwelligen Angebots, der Flexibilität und der Zeit- und Konteneffizienz.

Allerdings ist die Adhärenz gering, wenn die Programme nicht therapeutisch gestützt angeboten werden. Eine betreute KVT mit Elementen der Selbsthilfe und der elektronischen Unterstützung eines Therapeuten oder Trainers per E-Mail, SMS oder Videosprechstunde mit Rückmeldung, Hausaufgaben und positiver Verstärkung ist am effektivsten, so Snoek.

Internetbasierte Programme können auch helfen, die Symptomwahrnehmung zu steigern. Snoek nannte als Beispiel das Programm HypoAware, das mit einer Internetgruppe und Psychoedukation die Wahrnehmung der Hypoglykämiesymptome bei Patienten verbessern, die Rate schwerer Hypoglykämien senken und den mit Hypoglykämie assoziierten Stress verringern konnte [1].

Ein Problem solcher Programme ist derzeit noch die Kostenerstattung. Zudem können web-und appbasierte Programme nicht nur Stress mindern, sondern auch erzeugen, gab Snoek zu. Deshalb brauchen Patienten Unterstützung. Bei der Wahl der Apps sollten die persönlichen Präferenzen, beispielsweise was abgefragt wird und wie oft, berücksichtigt werden.

Literatur

  1. 1.
    Rondag SM et al. Diabetes Care 2016; 39: 2190–6.CrossRefGoogle Scholar

Quelle

  1. Symposium der PSAD (Psychosocial Aspects in Diabetes) Study Group: „Behavioural Diabetes and Technology: Where is it going?“ 3. 10.2018, 54th Annual Meeting of the European Association for the Study of Diabetes (EASD) 2018 in Berlin.Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Friederike Klein
    • 1
  1. 1.

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