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Pneumo News

, Volume 10, Issue 7, pp 49–49 | Cite as

Metaanalyse

Subakuter Husten mit Medikamenten nicht schneller vorbei

  • Christine Starostzik
aktuell
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Einen subakuten Erkältungshusten muss man offenbar einfach aushalten, bis er vorbei ist. In einer Metaanalyse konnte jedenfalls keines der untersuchten Hustenmedikamente durch Wirksamkeit überzeugen.

Ein wärmender Schal ist gegen Erkältungsviren wohl effektiver als ein Hustenmittel, wenn die Infektion schon ausgebrochen ist.

© drubig-photo / Fotolia

Ein subakuter Husten aufgrund einer Virusinfektion ist häufig. Hält der Husten an und sind alle Hausmittel ausgeschöpft, suchen viele Patienten Rat bei ihrem Hausarzt. Doch auch er kann ihnen — folgt man den Ergebnissen einer aktuellen Metaanalyse — kein wirklich hilfreiches Mittel verordnen.

Während der akute Husten per Definition weniger als drei Wochen anhält, dauert der subakute Husten zwischen drei und acht Wochen. Erst danach werden die Beschwerden der DEGAM-Leitlinie zufolge als chronisch eingeordnet [1]. Für einen aktuellen Überblick über gängige Behandlungsoptionen haben Benjamin Speich und Kollegen von der Universität Basel randomisierte klinische Studien zu diesem Thema gesichtet und die Therapieeffekte aus sechs geeigneten, aber sehr heterogenen Untersuchungen in einer Metaanalyse ausgewertet [2].

Im Fokus waren Medikamente, die üblicherweise von Hausärzten und ihren Patienten in Europa und Nordamerika eingesetzt werden. Untersucht wurden Montelukast 10 mg täglich vs. Placebo; Ipratropiumbromid 0,375 mg/0,5 ml plus Salbutamol 1875 mg/0,5 ml vs. Placebo; Gelatine 5 cc dreimal täglich vs. Weiterführung der vorausgegangenen antitussiven Medikation; Fluticasonpropionat 500 μg zweimal täglich inhaliert vs. Placebo; Budesonid viermal 100 μg zweimal täglich vs. Placebo; NOP1-Rezeptoragonist 100 mg zweimal täglich vs. Codein 30 mg zweimal täglich vs. Placebo.

Schwache Evidenzlage, keine Vorteile

In fünf der sechs Studien wurde die Hustenstärke mithilfe eines Scores zu verschiedenen Zeitpunkten bestimmt. Der Husten der Patienten verbesserte sich im Lauf der Zeit in allen Studien mit und ohne Medikation. Ein klarer Nutzen war unter keinem der Wirkstoffe nach 14 oder 28 Tagen erkennbar. In der Placebogruppe der probandenstärksten Studie war nach 14 und 28 Behandlungstagen unter Placebo eine Verbesserung von 3,6 bzw. 5,9 Score-Punkten erkennbar. Diese lag jeweils oberhalb der Schwelle für einen klinisch bedeutsamen Unterschied.

In vier Studien wurden weitere krankheitsrelevante Aspekte wie Schwere oder Frequenz der Hustenattacken bewertet, drei Studien berücksichtigten die Lungenfunktion. Doch nirgendwo konnten Vorteile durch eines der untersuchten Mittel festgestellt werden.

In fünf Studien wurden unerwünschte Therapieereignisse untersucht. 14 % (98/694) der Patienten berichteten über ausschließlich leichte Begleiterscheinungen, die sich auf alle untersuchten Präparate verteilten. Darunter fielen Schleimproduktion, nasale Symptome, Mundtrockenheit, Beklemmungsgefühl in der Brust, Ohnmacht, Kopfschmerz, Übelkeit, allgemeine Magen-Darm-Beschwerden, Heiserkeit, Halsschmerzen und oropharyngeale Candidose.

Statt irgendein Medikament zu verschreiben, das ohnehin nicht wirkt, so Speich und Kollegen, sei es wichtig, sich lieber die Zeit zu nehmen, um dem Patienten den natürlichen Verlauf der Erkrankung und deren selbstlimitierenden Charakter zu erklären.

Das Wichtigste auf einen Blick

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Frage: Welche Wirkstoffe sind bei subakutem Husten effektiv?

Antwort: Die Evidenz für die Wirksamkeit der untersuchten Hustenpräparate ist schwach. Für keinen der Wirkstoffe wurde ein klarer Nutzen für den Patienten erkennbar.

Bedeutung: Im Fall des subakuten Hustens sollte anstelle einer Übertherapie lieber Patientenaufklärung erfolgen.

Einschränkung: Studien zur chinesischen oder asiatischen Kräutermedizin wurden nicht berücksichtigt. In alle Studien waren auch Patienten mit Beschwerdedauern von unter drei Wochen oder über acht Wochen eingeschlossen.

Literatur

  1. 1.
  2. 2.
    Speich B et al. Treatments for subacute cough in primary care: systematic review and meta-analyses of randomised clinical trials. Br J Gen Pract 2018, online 11. SeptemberGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Christine Starostzik
    • 1
  1. 1.

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