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Pneumo News

, Volume 10, Issue 7, pp 47–47 | Cite as

Verbesserte Sauerstoffsättigung

Warum COPD-Patienten Frisbee spielen sollten

  • Veronika Schlimpert
aktuell
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Körperliche Bewegung ist ein wichtiger Therapiebestandteil für COPD-Patienten. Doch Dyspnoe macht das Ausüben konventioneller Sportarten für viele Patienten fast unmöglich. Wissenschaftler haben nun eine Bewegungsart auf ihre Umsetzbarkeit untersucht, die nicht nur Spaß macht, sondern auch die Atemfunktion positiv beeinflusst.

Bewegung sollte Spaß machen, um Patienten bei der Stange zu halten. Wissenschaftler um Kyosuke Imashiro hatten deshalb die Idee, eine spaßige Bewegungsart mit einer etablierten atemphysikalischen Therapie zu kombinieren: Sie ließen COPD-Patienten Frisbee spielen und gleichzeit eine Lippenbremse ausüben.

Diese Art der Bewegung können selbst Patienten, die auf eine Langzeit-Sauerstoffbeatmung angewiesen waren, sicher ausführen. Und wie erste Versuche andeuten,lässt sich mit dieser kombinierten Strategie auch die Atemfunktion während der Belastung positiv beeinflussen. Die Ergebnisse dieser kleinen Untersuchungsreihe haben die japanischen Wissenschaftler beim europäischen Lungenkongress in Paris präsentiert.

14 COPD-Patienten, die auf eine Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT) angewiesen waren, und zehn weitere COPD-Patienten sollten Frisbee spielen. Konkret bestand die Aufgabe darin, eine Frisbee-Scheibe durch eine fünf Meter entfernte Zielscheibe zu werfen. Das Ziel: möglichst viele Treffer bei insgesamt zehn Versuchen. Vor und nach jeder Wurfeinheit sollten die Probanden fünf Minuten ruhig sitzen. Das erste Mal spielten die Probanden ohne atemphysikalische Anweisungen. Vor dem zweiten Durchgang wurden sie von einem Physiotherapeuten bzgl. der Anwendung einer Lippenbremse instruiert und führten das Spiel nochmals durch. Dabei sollten sie während des Frisbee-Werfens die Lippen leicht zusammenpressen und dabei ausatmen (und auch beim Aufstehen und Vorlaufen zur Abwurflinie).

Frisbee spielen können auch viele körperlich beeinträchtigte Patienten, etwa mit COPD, noch ganz gut.

© Rawpixel.com / stock.adobe.com (Symbolfoto mit Fotomodellen)

Führten die Probanden das Spiel mit einer Lippenbremse durch, war die Abnahme der Sauerstoffsättigung im Blut weniger stark ausgefallen (um 2 % reduziert). Besonders hätten die beatmeten Patienten von der Lippenbremse profitiert, berichteten die Wissenschaftler. Zur Messung der Sauerstoffsättigung trugen die Patienten an der unbeteiligten Hand ein Pulsoximeter.

Quelle

  1. Imashiro K et al. Pursed lips breathing can improve desaturation during flying disc game in COPD patients, ERS-Kongress vom 15. bis 19.09.2018 in Paris.Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Veronika Schlimpert
    • 1
  1. 1.

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