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Pneumo News

, Volume 10, Issue 7, pp 3–3 | Cite as

Deutsche Pneumologen überarbeiten Leitlinie

Beim Husten steht neuer Output an

  • Springer Medizin
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Husten kann Tröpfchen mit Krankheitserregern weit verbreiten, also bitte zumindest die Hand vor den Mund halten.

© Photo Library / Settles, Dr. Gary

Husten ist ein wichtiger Schutzreflex und zusammen mit dem Auswurf ein wichtiger bronchialer Reinigungsmechanismus (mukozilliäre Clearance) der Atemwege. Husten ist aber auch das Symptom, das nahezu alle bronchopulmonalen und auch einige extrapulmonaler Erkrankungen auslösen können. Über die Verbreitung von Keimfragmenten und kontaminierten Tröpfchen sorgt der Husten aber auch für eine Weiterverbreitung von Bakterien und vor allem von Viren. Husten ist in der Hausarztpraxis ein häufiges und in der pneumologischen Praxis ein alltäglich von Patienten beklagtes Symptom, da er, insbesondere, wenn er in Form einer akuten Bronchitis auftritt, die Lebensqualität der Betroffenen zum Teil erheblich beeinträchtigt.

Die akute Bronchitis (J20 und J21) verursacht entsprechend der Daten der AOK-Pflichtmitglieder ohne Rentner (Statistisches Bundesamt: www.gbe-bund.de) im letzten Berichtsjahr 2008 über 400.000 Arbeitsfälle mit 3.000.000 Arbeitsunfähigkeitstage (Abfrage 13/10/2018). Bei der Bronchitis, die weder als akut noch chronisch eingestuft werden kann (J40, J41, J42) kommen noch einmal die gleichen Zahlen hinzu, was knapp 6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstagen im Untersuchungsjahr allein durch Bronchitis (mit allen ICD10-Untergruppierungen) entspricht. Die Bronchitis stellt somit in ihrer Gesamtheit ein gewaltiges Gesundheitsproblem für unsere Gesellschaft dar! Zum Vergleich: Beim Asthma bronchiale waren es im Jahr 2002 ca. 52.000 und 2008 ca. 37.000 Arbeitsunfähigkeitstage.

Update der DGP-Hustenleitlinie ist in Arbeit

Der akute Husten, obwohl ein häufiges und für den Patienten belastendes Symptom, ist schwer zu quantifizieren und wird nur von wenigen Arbeitsgruppen wissenschaftlich bearbeitet. Dies liegt neben dem Fehlen eines diagnostischen Standards auch an der selbstlimitierenden Natur der meist viralen Ursache der akuten Bronchitis und deren schwerer Behandelbarkeit. Leider widmete der Jahreskongress der European Respiratory Society (ERS) 2018 auch nur ein einziges Symposium dem akuten und chronischen Husten.

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) wird allerdings noch 2018 ein Update ihrer 2010 in der Zeitschrift „Pneumologie“ publizierten Hustenleitlinie fertig stellen. Wichtig zu wissen ist darüber hinaus, dass die American College of Chest Physicians (CHEST) kontinuierlich zuletzt 2016 bis 2018 ihre Hustenleitlinien überarbeitete (http://www.chestnet.org/Guidelines-and-Resources/CHEST-Guideline-Topic-Areas/Clinical-Pulmonary). CHEST bemühte sich dabei, das Symptom Husten aus diversen Blickwinkeln pathophysiologisch zu erklären und diagnostische Algorithmen für Kinder, Athleten, Erwachsene und auch diverse Erkrankungen zu entwickeln (z. B. der Bronchiolitis, zystische Fibrose, chronisch-respiratorische Infektionen, Immunsuppression, Lungenkrebs, gastrointestinalen Reflux oder Ticks). Außerdem werden gruppenspezifische Therapievorschläge gemacht.

Prof. Dr. med. Adrian Gillissen Direktor, Medizinische Klinik III Klinikum am Steinenberg / Ermstalklinik Med. Klinik III Innere Medizin/Pneumologie Stuttgarterstr. 100, 72574 Reutlingen-Bad Urach, gillissen_a@klin-rt.de

Geänderte Hustendefinition in den USA

CHEST änderte auch die Definintion von Husten. Der Husten wird nicht mehr in den akuten (Dauer <8 Wochen) und chronischen (Dauer >8 Wochen) eingeteilt. Aktuell wird zwischen einem akuten Husten, der <3 Wochen anhält, dem subakuten, der 3–8 Wochen persistiert, und dem chronischen Husten >8 Wochen unterschieden. Die von den CHEST-Leitlinien angebotene detaillierte Informationsfülle kann und will diese Ausgabe der PneumoNews allerdings nicht zum Symptom „Husten“ anbieten, enthält aber in diesem Zusammenhang einen für die Versorgung unserer pneumologischen Patienten unterstützenden Übersichtsartikel zum aktuell empfohlenen diagnostischen und therapeutischen Vorgehen des akuten und chronischen Hustens sowie ein Update zum gastrointestinalen Reflux aus pneumologischer Sicht.

Zusätzlich bietet auch diese Ausgabe einen bunten Strauß an weiteren interessanten Informationen rund um das Thema Atemwege und Lunge.

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