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CardioVasc

, Volume 19, Issue 2, pp 58–58 | Cite as

ARNI auch bei akut dekompensierter Herzinsuffizienz erfolgreich

  • Heinrich Holzgreve
Literatur kompakt
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Die fixe Kombination aus Valsartan plus Sacubitril führt bei Patienten mit akuter dekompensierter Herzinsuffizienz zu besseren Ergebnissen als die Behandlung mit dem ACE-Hemmer Enalapril.

In eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde Studie wurden 881 Patienten mit akuter dekompensierter Herzinsuffizienz aufgenommen. Alle Probanden hatten eine reduzierte linksventrikuläre Auswurfsfraktion unter 40 % und ein NT-proBNP über 1600 pg/ml bzw. ein BNP über 400 pg/ml. Nach stationärer Einweisung erhielten sie entweder die fixe Kombination aus 24 bis 97 mg Sacubitril und 26 bis 103 mg Valsartan oder 2,5 bis 10 mg Enalapril, jeweils zweimal täglich in Abhängigkeit von Blutdruck und Nebenwirkungen. Als primärer Endpunkt der Studie dienten die Änderungen der genannten Biomarker über vier bis acht Wochen.

Schon in der ersten Woche kam es zu einer dramatischen Senkung des NT-proBNP in beiden Gruppen, der sich abgeschwächt in den folgenden sieben Wochen fortsetzte. Über die gesamte Studiendauer war der Abfall unter Sacubitril und Valsartan mit 47 % deutlich stärker als unter Enalapril mit 25 % (p < 0,001). Bei den Nebenwirkungen wie Verschlechterung der Nierenfunktion, Hyperkaliämie, symptomatische Hypotonie und Angioödem gab es keine Unterschiede.

Kommentar

Wiederholte stationäre Aufnahmen wegen akuter Herzinsuffizienz sind häufig. Trotz zahlreicher Studien mit zunächst vielversprechenden Substanzen hat sich das Behandlungsprinzip mit Diuretika, Vasodilatatoren und inotrop wirksamen Substanzen seit 45 Jahren grundsätzlich nicht geändert. Die Kombination des ACE-Hemmers Valsartan mit Sacubitril, einem Neprilysin-Hemmer, der endogene Wirkstoffe für die Regulation von Blutdruck und Wasserhaushalt abbaut, ist ein neues Wirkprinzip (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor, ARNI).

Die stärkere Senkung der genannten Biomarker (NT-proBNP und BNP) unter Sacubitril und Valsartan im Vergleich zur Monotherapie mit Enalapril signalisiert, dass bei den Probanden die neurohumorale Aktivierung gebremst, der hämodynamische Stress vermindert und das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen gesenkt wird. Hierbei handelt es sich zwar um Surrogatmarker, doch hat die europäische Zulassungsbehörde (EMA) das Medikament bereits zugelassen, weil es in einer Großstudie das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle, Herzinsuffizienz und Hospitalisierungen signifikant senken konnte.

Prof. Dr. med. Heinrich Holzgreve

Literatur

  1. Velazquez EJ et al. Angiotensin—Neprilysin Inhibition in Acute Decompensated Heart Failure. N Engl J Med. 2019;380:539–548.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Heinrich Holzgreve
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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