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CardioVasc

, Volume 19, Issue 1, pp 52–52 | Cite as

Neue Hochdruckleitlinie vereinfacht die Step-Up-Therapie

  • Dirk Einecke
Industrieforum
_ Die neuen Hochdruckleitlinien von 2018 formulieren für alle Patienten ein Blutdruckziel von unter 140/80 mmHg und bei guter Verträglichkeit eine weitere Reduktion auf unter 130/80 mmHg, aber nicht unter 120/80 mmHg. Für Patienten über 65 Jahren wird ein Korridor von 130–139/80mmHg angegeben. Für all diese Empfehlungen gilt der höchste Evidenzgrad, erklärte Prof. Florian Limbourg, Medizinische Hochschule Hannover.

Mit einer Dreifachkombination ist hoher Blutdruck meist in den Griff zu bekommen.

© goodluz/fotolia.com (Symbolbild/Fotomodelle

Neue Wege weisen die Leitlinien bei der medikamentösen Therapie. Die Initialtherapie erfolgt generell mit einer Zweifachkombination, möglichst als Fixdosis, so Limbourg. Man kombiniert ACE-Hemmer/AT1-Rezeptor-Blocker (A) mit Kalziumantagonisten (C) oder Diuretikum (D). Speziell für die Kombination A+C spreche viel, erläuterte Limbourg: Beide Komponenten sind metabolisch neutral und haben in den Studien ASCOT und ACCOMPLISH wirksamer als Vergleichstherapien (Betablocker/Diuretikum bzw. ACE-Hemmer/Diuretikum) vor kardiovaskulären Komplikationen geschützt.

Wenn eine Zweifachkombination (A+C oder A+D) nicht ausreicht, wird dreifach kombiniert (A+C+D). Auch dies ist mit einer Tablette möglich. Die neueste Option ist Viacorind®, eine Kombination aus Perindopril, Amlodipin und Indapamid. Für ACE-Hemmer wurde in Hypertonie-Studien ein deutlicher Mortalitätsvorteil gezeigt, wobei die beste Evidenz für Perindopril vorliegt, erinnerte Limbourg.

Mit Dreifachkombinationen gelinge es, über 90% aller Hypertoniker zu kontrollieren. Die übrigen Fälle gelten als refraktäre Hypertonie. Die nächste Therapie-Eskalation wäre Spironolacton. Empfohlen wird, solche Patienten in einem Hypertonie-Zentrum vorzustellen.

Beachtung sollte auch die Wahl des Diuretikums finden, ergänzte Prof. Thomas Mengden, Kerckhoff Reha-Zentrum Bad Nauheim. HCT hat eine relativ geringe Wirkdauer und konnte in Studien nur in Dosierungen von 50—100 mg/d eine Prognoseverbesserung nachweisen. Da die Nebenwirkungen von HCT mit der Dosis ansteigen, wird es meist niedriger dosiert. Gute Alternativen seien Chlorthalidon und Indapamid, sagte Mengden. Speziell letzteres habe eine gegenüber HCT überlegene Langzeitwirkung, sei stoffwechselneutral und stehe auch in Fixkombinationen zur Verfügung.

Literatur

  1. Symposium beim 42. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL®, Berlin, 23. November 2018; Veranstalter: ServierGoogle Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Dirk Einecke
    • 1
  1. 1.

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