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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 61–61 | Cite as

Viele Adnextumoren lassen sich konservativ angehen

  • Robert Bublak
Gynäkoonkologie Literatur kompakt
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Patientinnen mit Raumforderungen an den Adnexen, die sich im Ultraschall als gutartig darstellen, tragen nur ein geringes Krebsrisiko. Konservatives Vorgehen könnte hier durchaus eine Option sein.

Die meisten ovariellen, paraovariellen und tubare Tumoren sind gutartig, sie könnten jedoch auch maligne sein oder sich dazu entwickeln. Biopsien werden vermieden, um im Zweifelsfall keine Krebszellen zu streuen. Auch besteht das Risiko, dass die Tumoren rupturieren oder torquieren. Das operative Vorgehen zieht in 3,5–15 % der Fälle Komplikationen nach sich. Ein konservativer Umgang mit benignen, asymptomatischen Adnextumoren könnte eine Alternative sein.

In der IOTA5-Studie wurden die Daten von 2.587 Frauen mit Raumforderungen an den Adnexen für eine Interimsanalyse nach 2 Jahren herangezogen. Kriterium für die konservative Strategie war, dass die transvaginale Sonografie einen sicher oder wahrscheinlich gutartigen Befund ergeben hatte. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass das Malignitäts- und das Risiko für akute Komplikationen gering ist, wenn Adnextumoren mit benigner Morphologie im Ultraschall konservativ behandelt werden. 20,2 % der neu gefundenen Tumoren waren nach 2 Jahren wieder verschwunden. Einer Operation hatten sich 16,1 % der Frauen unterzogen. Invasiv wachsende Malignome waren bei 0,4 % und Borderline-Tumoren bei 0,3 % gefunden worden. Torsionen hatten eine Häufigkeit von 0,4 %, Rupturen von Zysten von 0,2 %, geringere Komplikationen von 2,7 %.

Für das konservative Management wurden die Frauen nach 3, 6 und regelmäßig nach 12 Monaten klinisch untersucht und einer transvaginalen Sonografie unterzogen. Letztere beeinflusste das Vorgehen entscheidend und war an den IOTA-Kriterien ausgerichtet.

Fazit: Ist die Tumormorphologie in der transvaginalen Sonografie von Raumforderungen an den Adnexen als sicher oder wahrscheinlich benigne zu bewerten, ist das Risiko für Malignität und akute Komplikationen gering. Dann kann eine abwartende Überwachung statt einer Operation erwogen werden. Ein abschließendes Urteil erfordert eine längere Nachbeobachtung; in IOTA5 ist sie auf 5 Jahre angelegt.

Literatur

  1. Froyman W et al. Risk of complications in patients with conservatively managed ovarian tumours (IOTA5): a 2-year interim analysis of a multicentre, prospective, cohort study. Lancet Oncol. 2019;20(3):448-58CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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