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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 35–35 | Cite as

Risiko für venöse Thromboembolien nach Krebs im Kindesalter lebenslang erhöht

  • Sophie Christoph
Allgemeine Onkologie Literatur kompakt
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Überlebende kindlicher Krebserkrankungen benötigen eine vigilante Überwachung hinsichtlich später thromboembolischer Ereignisse. Daten einer aktuellen Studie zeigen eine Verdopplung des Risikos im Vergleich zu Geschwistern ohne Tumoranamnese.

Für Kinder besteht in den ersten 5 Jahren nach Diagnose eines Malignoms ein 25-fach erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien (VTE). Bislang gab es jedoch wenige Daten zur langfristigen Entwicklung des VTE-Risikos Krebsüberlebender über Jahrzehnte hinweg.Diese Lücke wurde nun von der Childhood Cancer Survivor Study geschlossen. 24.355 Überlebende kindlicher Malignome und 5.051 Geschwister wurden hierfür im Median 21,3 Jahre nach Diagnose nachbeobachtet.

Die Inzidenz später VTE (≥ 5 Jahre nach Tumordiagnose), primärer Endpunkt, lag bei ehemaligen Krebspatienten mit 1,1 Ereignissen/1.000 Personenjahren doppelt so hoch wie bei Geschwistern mit 0,5 Ereignissen (Rate Ratio [RR] 2,2; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] 1,7–2,8). Die kumulative Inzidenz 35 Jahre nach Tumordiagnose betrug 4,9 %, was 2,5 zusätzlichen Ereignissen/100 Krebsüberlebenden über 35 Beobachtungsjahre entspricht.

Die Forscher geben zu bedenken, dass das Risiko nicht bei allen Patienten gleichermaßen erhöht ist und von verschiedenen anamnestischen Faktoren beeinflusst wird. Weibliches Geschlecht, Vortherapien (Cisplatin, L-Asparaginase), Über- oder Untergewicht und das Auftreten von Spätrezidiven oder Sekundärmalignomen scheinen zu einem Risikoanstieg beizutragen. Überlebende von Osteosarkomen der unteren Extremität nach Cisplatin-Exposition oder nach extremitätenerhaltender Operation gelten auch als Hochrisikopatienten.

Das Auftreten von VTE erhöhte unabhängig von Alter, Geschlecht oder medizinischer Vorgeschichte die Spätmortalität (RR 1,9; 95 %-KI 1,6–2,3).

Fazit: Überlebende von Krebserkrankungen im Kindesalter haben ein lebenslang erhöhtes VTE-Risiko und das Auftreten einer VTE ist mit einer Zunahme der Mortalität assoziiert. Diese Patienten benötigen daher eine aufmerksame Beobachtung. Eine Therapie modifizierbarer Komorbiditäten, wie Übergewicht, sowie eine leitliniengerechte Prophylaxe in Hochrisikosituationen (Hospitalisation, Immobilisation) sollten bei solchen Patienten erwogen werden.

Literatur

  1. Madenci AL et al. Long-Term Risk of Venous Thromboembolism in Survivors of Childhood Cancer: A Report From the Childhood Cancer Survivor Study. J Clin Oncol. 2018; https://doi.org/10.1200/JCO.2018.78.4595CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Sophie Christoph
    • 1
  1. 1.

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