Advertisement

Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 46–46 | Cite as

Propolis bei tumortherapiebedingter oraler Mukositis

  • Kathrin von Kieseritzky
Supportivtherapie Literatur kompakt
  • 13 Downloads

Bei Patienten mit schwerer therapieinduzierter oraler Mukositis kann laut einer Meta-Analyse eine Mundspülung mit Propolis deutlich Linderung verschaffen. Allerdings ist die bisherige Datenlage offenbar dünn.

Orale Mukositis ist eine häufige Nebenwirkung von Chemo- und Strahlentherapie. Die Beeinträchtigungen für die Patienten sind oft stark und gute Therapien gefragt. Propolis ist reich an Flavonoiden, die einen antiinflammatorischen Effekt haben (Infobox).

In einem Review wurden nun 5 Studien mit insgesamt 209 Teilnehmern im Alter von 1–87 Jahren ausgewertet. 103 der Studienteilnehmer wendeten Propolis in der Interventionsgruppe an, 106 verwendeten Propolis in der Kontrollgruppe. 16 Patienten (15,5 %) der Propolis-Gruppe und 36 (34 %) der Kontrollgruppe litten an schwerer oraler Mukositis (Grad 3–4). In 4 der Studien hatten die Patienten Chemotherapie erhalten, in einer Studie Strahlentherapie. Hospitalisierten Patienten wurde Propolis-Mundspülung in Dosen von 5–15 ml 2- oder 3-mal täglich über 7 bis 180 Tage verabreicht. Die Häufigkeit schwerer oraler Mukositis fiel unter der Behandlung mit Propolis signifikant geringer aus als unter der Kontrolltherapie (Odds Ratio [OR] 0,35; 95 %-Konfidenzintervall 0,18–0,70; p = 0,003). Die Heterogenität zwischen den Studien war gering (I2 = 0,000; p = 0,45). Schwere Nebenwirkungen der Mukositistherapie wurden nicht berichtet. In einer Studie erwies sich die Propolis-Mundspülung als sicher und effizient, in einer anderen wurde sie von den Patienten gut vertragen.

Fazit: Grundsätzlich solle die Propolis-Mundspülung laut den Forschern nur unter Aufsicht medizinischen Personals angewendet werden, um Effektivität und Sicherheit zu gewährleisten. Weitere Studien und ein klinisches Protokoll seien vonnöten.

Infobox: Propolis — das Bienenkittharz

Bienen benötigen Bienenkittharz oder Propolis als Baumaterial zur Abdichtung und Instandhaltung des Bienenstocks. Die harzähnliche Masse verhindert die Infektion des Bienenstocks mit Viren, Pilzen oder Bakterien. Hauptsächlich besteht Propolis aus Harzen verschiedener Bäume, Pollen, Wachse, ätherischen Ölen und Speichelsekret. Die Zusammensetzung variiert allerdings stark.

Literatur

  1. Kuo CC et al. Meta-analysis of randomized controlled trials of the efficacy of propolis mouthwash in cancer therapy-induced oral mucositis. Support Care Cancer. 2018;26(12):4001-9CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Kathrin von Kieseritzky
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations