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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 46–46 | Cite as

ZVK-Verschluss bei Patienten mit maligner Erkrankung

  • Kathrin von Kieseritzky
Supportivtherapie Literatur kompakt
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Zur Therapie eines thrombotischen Verschlusses von zentralvenösen Kathetern (ZVK) bei Patienten mit maligner Erkrankung werden offenbar meist Urokinase und Alteplase eingesetzt. Doch was ist mit nicht thrombotischen Verschlüssen?

Zentralvenöse Katheter liegen gerade bei Patienten mit malignen Erkrankungen oft über lange Zeiträume. In einem systematischen Review sollte untersucht werden, welche Interventionen bei thrombotischem und nicht thrombotischem Verschluss von Langzeit-ZVK bei Krebspatienten üblicherweise zum Einsatz kommen.

Dafür wurden 15 Studien analysiert, davon 13 klinische Studien und 2 Beobachtungsstudien. In den Studien waren insgesamt 949 Langzeit-ZVK bei 1.613 Patienten gelegt worden. 138 (14,5 %) waren getunnelte Katheter, 811 (85,5 %) implantierte Katheter. In den meisten Fällen wurde der ZVK für die Infusion der Chemotherapie verwendet.

Folgende Wirkstoffe wurden für die Wiederherstellung der Katheterfunktion bei ZVK-Verschluss eingesetzt: Urokinase (53,3 %), Alteplase (20 %), Tenecteplase (13,3 %), Reteplase (6,7 %), rekombinante Urokinase (6,7 %) und Staphylokinase (6,7 %). Die Wiederherstellungsrate der Katheterfunktion reichte in den einzelnen Studien von 40 bis 100 %.

Die Metaanalyse von 14 Studien erbrachte eine Wiederherstellungsrate der Katheterfunktion von 84 %. Die Erfolgsquote der einzelnen Wirkstoffe betrug 84 % bei Urokinase, 92 % bei Alteplase und 84 % bei Tenecteplase. Nebenwirkungen beim Einsatz der Wirkstoffe zur Behebung des Katheterverschlusses wurden nicht berichtet. Lediglich in einer Studie trat bei 5 % der Patienten, die rekombinante Urokinase erhalten hatten, eine kleine Blutung auf.

In allen Studien ging es um die Wiederherstellung der Katheterfunktion nach thrombotischem Verschluss. Es wurden keine Studien zu nicht thrombotischen Katheterverschlüssen bei Krebspatienten gefunden. Außerdem war die Heterogenität der Studien mit 86,37 % hoch. Und auch die methodische Qualität der Studien ließ laut der Forscher stark zu wünschen übrig (fehlende Randomisierung, fehlende Kontrollgruppen).

Fazit: Bei thrombotischem Verschluss von Langzeit-ZVK bei Krebspatienten werden vor allem Urokinase und Alteplase eingesetzt. Die Erfolgsquote liegt bei 84 bzw. 92 %. Hinsichtlich der Therapie von nicht thrombotischen Verschlüssen besteht derzeit eine wissenschaftliche Lücke.

Literatur

  1. da Costa ACC et al. Interventions to obstructive long-term central venous catheter in cancer patients: a meta-analysis. Support Care Cancer. 2019;27(2):407-21CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Kathrin von Kieseritzky
    • 1
  1. 1.

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