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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 41–41 | Cite as

PUVA gegen Mycosis fungoides nicht schlechter als UV-B

  • Robert Bublak
Dermatoonkologie Literatur kompakt
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Patienten mit früher Mycosis fungoides, die mit PUVA (Psoralen plus UV-A) behandelt werden, stehen nicht schlechter da als jene, die eine Schmalband-UV-B-Bestrahlung erhalten. Im Gegenteil: Komplettremissionen sind nach PUVA sogar häufiger.

Auf die Mycosis fungoides entfallen etwa 50 % der kutanen T-Zell-Lymphome. Initial stehen Hauterscheinungen im Vordergrund, die sich oft als papulosquamöse Effloreszenzen manifestieren. Die meisten Patienten befinden sich in den frühen Stadien IA, IB oder IIA.

In diesen Frühstadien empfiehlt etwa die deutsche Leitlinie „Kutane Lymphome“ neben dem Einsatz lokaler Steroide (IA) oder einer lokalen Radiotherapie mit 30–36 Gy (IB–IIA) eine Bestrahlung mit UV-A-Licht unter Einsatz fotosensibilisierenden Psoralens (PUVA) oder mit Schmalband-UV-B (NBUVB) der Wellenlänge 311 nm. Wie sich die beiden auf UV-Licht-gestützten Therapieverfahren gegen Mycosis fungoides im Vergleich auswirken, ist jedoch unklar.

Australische Dermatologen um Kevin Phan haben eine Übersichtsarbeit nebst Metaanalyse angefertigt und dafür 7 Studien mit insgesamt 778 Patienten mit Mycosis fungoides im Frühstadium ausgewertet. 527 Patienten waren mit PUVA, 251 mit NBUVB behandelt worden.

Bei PUVA-Behandlung wird die Haut vor der UV-A-Phototherapie mit dem Naturstoff Psoralen sensibilisiert.

© BSIP SA / Alamy / mauritius images (Symbolbild mit Fotomodell)

90,9 % der PUVA- und 87,6 % der NBUVB-Patienten reagierten auf die Therapie; die Differenz war statistisch unbedeutend. Auch das partielle Ansprechen war mit 18,0 % und 27,5 % insofern gleich, als das Konfidenzintervall die Marke 1 überschritt. Einen signifikanten Unterschied fanden Phan und Kollegen aber bei den Komplettremissionen: Unter PUVA sprachen 73,8 %, unter NBUVB 62,2 % der Patienten vollständig an. Daraus resultierte ein um 68 % höheres Verhältnis des vollständigen zum nicht vollständigen Ansprechen zugunsten der PUVA (Odds Ratio [OR] 1,68; 95 %-Konfidenzintervall 1,02–2,76). Wurden die Berechnungen auf Patienten in den Stadien IA bzw. IB beschränkt, fielen die Quotenverhältnisse noch höher aus (OR 2,70 bzw. 1,93).

Die Rate an Nebenwirkungen war in beiden Gruppen etwa gleich hoch. Das galt für Erytheme (7,2 vs. 6,7 %), Übelkeit (1,9 vs. 1,2 %), Juckreiz (0,4 vs. 1,7 %), fototoxische Effekte (1,4 vs. 0,9 %) und Dyspepsie (1,2 vs. 0 %) ebenso wie für Schmerzen (0 vs. 0,9 %).

Fazit: PUVA ist eine mögliche Alternative zu NBUVB im Management von früher Mycosis fungoides. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist allerdings die relativ geringe Qualität der zugrunde gelegten Studien zu beachten, die als niedrig bis höchstens moderat eingestuft wurde. Zudem fand in den Kalkulationen kein Abgleich gegen verzerrende Faktoren statt.

Literatur

  1. Phan K et al. Comparison of Narrowband UV-B With Psoralen—UV-A Phototherapy for Patients With Early-Stage Mycosis Fungoides — A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Dermatol. 2019; https://doi.org/10.1001/jamadermatol.2018.5204CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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