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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 65–65 | Cite as

mCRC: Chemotherapie plus Bevacizumab sequenziell oder kombiniert? RAS-Mutationsstatus entscheidet

  • Barbara Kreutzkamp
Gynäkoonkologie Literatur kompakt

Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) und RAS/BRAF-Wildtyp profitieren von einer initialen Kombinationstherapie aus Fluoropyrimidinen/Bevacizumab plus Irinotecan. Bei Patienten mit RAS-mutiertem mCRC ist die Kombinationstherapie einem sequenziellen Ansatz gleichwertig.

Der VEGF(„vascular endothelial growth factor“)-Antikörper Bevacizumab verlängert in Kombination mit Fluoropyrimidinen (FP) das progressionsfreie Überleben insbesondere bei älteren mCRC-Patienten. In der Phase-III-Studie XELAVIRI verglich man einen sequenziellen mit einem kombinierten Therapieansatz.

421 mCRC-Patienten erhielten randomisiert entweder initial FP plus Bevcizumab und beim ersten Progress zusätzlich Irinotecan (Arm A) oder eine Upfront-Therapie mit FP plus Irinotecan plus Bevacizumab (Arm B). Primärer Endpunkt der Nichtunterlegenheitsstudie war der Zeitpunkt bis zum Therapieversagen (TFS), die Grenze für Nichtunterlegenheit wurde bei einem 90 %-Konfidenzintervall (90 %-KI), einer Power von 70 % und einem einseitigen α-Wert von 0,05 auf 0,8 festgelegt.

Eine Nichtunterlegenheit beim TFS in der Gesamtkohorte ergab sich nicht (Hazard Ratio [HR] 0,86; 90 %-KI 0,73–1,02). In der Detailanalyse zeigte sich allerdings, dass Patienten mit RAS/BRAF-Wildtyp-Tumoren durchaus von der Kombinationstherapie (Arm B) profitierten (HR 0,61; 90 %-KI 0,46–0,82; p = 0,005), nicht aber Patienten mit RAS-mutierten Tumoren (HR 1,09; 90 %-KI 0,81–1,46; p = 0,58). Vergleichbare Ergebnisse errechneten sich beim Gesamtüberleben. Bei den Toxizitäten Grad ≥ 3 waren keine statistisch signifikanten Unterschiede zu erkennen (80,7 vs. 77,1 %).

Fazit: Bei mCRC-Patienten ist die Wirksamkeit einer sequenziellen Eskalationstherapie mit der einer initialen Kombinationstherapie insgesamt vergleichbar. Bei der Therapieentscheidung sollte allerdings der RAS-Status berücksichtigt werden, da Patienten mit RAS/BRAF-Wildtyp-Karzinomen bzgl. des Endpunktes TFS durchaus von der Kombinationstherapie profitieren, Patienten mit RAS-Mutationen dagegen nicht.

Literatur

  1. Modest DP et al. Sequential versus combination therapy of metastatic colorectal cancer using fluoropyrimidines, irinotecan, and bevacizumab: a randomized, controlled study — XELAVIRI (AIO KRKO110). J Clin Oncol. 2019;37(1):22-32CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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