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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 9, pp 82–82 | Cite as

Rezidiviertes Harnblasenkarzinom: Stabile Lebensqualität unter Pembrolizumab

  • Barbara Kreutzkamp
Uroonkologie Kongressbericht
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Pembrolizumab in der Zweitlinie verlängert das Gesamtüberleben von Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom. Auch die Lebensqualität ist im Vergleich zu einer Chemotherapie besser, so das Ergebnis einer neuen Auswertung der KEYNOTE-045-Studie.

Bei Tumorpatienten im rezidivierten Stadium kommt der therapieassoziierten Lebensqualität insbesondere in Hinblick auf Fatigue und Rollenfunktion eine besondere Bedeutung zu. Auch hier punkten neue immunologisch wirksame Therapieprinzipien — neben ihrer guten Wirksamkeit. Das gilt auch für Pembrolizumab. In einer Sekundärauswertung der KEYNOTE-045-Studie zeigten Patienten mit rezidiviertem Harnblasenkarzinom unter dem PD-1-Inhibitor eine bessere Lebensqualität als Patienten unter Standardchemotherapien. Einbezogen in die randomisierte Phase-III-Studie waren 542 Patienten mit rezidiviertem Harnblasenkarzinom nach platinbasierter Chemotherapie, die entweder 200 mg Pembrolizumab i. v. oder eine Chemotherapie nach Wahl des Prüfarztes alle 3 Wochen erhielten.

Fatigue tritt bei der Behandlung mit Pembrolizumab im Vergleich zur Chemotherapie seltener auf.

© WavebreakmediaMicro / Fotolia (Symbolbild mit Fotomodell)

Die präspezifizierten sekundären Studienendpunkte zur Lebensqualität umfassten die Zeit bis zur Verschlechterung (TTD) und die durchschnittliche Veränderung von Studienbeginn bis Woche 15 im Score des „European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30“ (EORTC-QLQ-C30) zur Gesamtgesundheit.

Die Daten von 519 Patienten wurden ausgewertet. Im Vergleich zur Chemotherapie verlängerte Pembrolizumab die TTD beim Gesamtgesundheitsstatus (median 3,5 vs. 2,3 Monate; Hazard Ratio 0,72; p = 0,004). Die durchschnittliche Veränderung beim EORTC-QLQ-C30-Gesamtgesundheitsstatus zwischen Studienbeginn und Woche 15 lag in der Pembrolizumab-Gruppe bei 0,69 (95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] -2,40 bis 3,77) und in der Chemotherapie-Gruppe bei -8,36 (95 %-KI -11,84 bis -4,89), entsprechend einer durchschnittlichen Differenz von 9,05 Punkten (95 %-KI 4,61–13,50; p < 0,001).

Fazit: Bei Patienten mit rezidiviertem Harnblasenkarzinom verlängert der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab im Vergleich zu einer Chemotherapie nicht nur das Gesamtüberleben, sondern auch wichtige Parameter zur Lebensqualität. Damit qualifiziert sich nach Meinung der Forscher der monoklonale Antikörper als Mittel der ersten Wahl in der Rezidivbehandlung nach platinbasierter Chemotherapie.

Literatur

  1. Vaughn DJ et al. Health-Related Quality-of-Life Analysis From KEYNOTE-045: A Phase III Study of Pembrolizumab Versus Chemotherapy for Previously Treated Advanced Urothelial Cancer. J Clin Oncol. 2018;36(16):1579–87.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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