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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 9, pp 26–26 | Cite as

Rauchende CRC-Patienten haben eine schlechtere Prognose

  • Christian Behrend
Gastroonkologie Literatur kompakt
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Tabakkonsum fördert nicht nur Lungenkrebs, sondern auch die Entstehung eines kolorektalen Karzinoms. Aber wie wirkt sich früheres oder anhaltendes Rauchen auf die Prognose eines bereits diagnostizierten Kolonkarzinoms aus?

Erhöhte Inzidenz, erhöhte Mortalität: Der Einfluss des Rauchens ist extrem negativ für Patienten mit kolorektalem Karzinom (CRC). Abstinenz ist dennoch für viele Betroffene ein Problem. Die Daten einer neuen Metaanalyse könnten die Überzeugungskraft von Ärzten weiter stärken: Wer mit dem Rauchen aufgehört hat, hat eine bessere Prognose. Für die Metaanalyse wurden von mehr als 12.000 CRC-Patienten soziodemografische Daten sowie Daten zum Rauchverhalten aus 14 prospektiven Kohortenstudien ausgewertet. Zudem wurde überprüft, ob der Tabakkonsum mit dem Gesamtüberleben und dem CRC-spezifischen Überleben assoziiert ist.

Die Patienten waren im Median 64,3 Jahre alt. Innerhalb von 5 Jahren nach der Diagnose starben 5.229 Teilnehmer, 3.194 von ihnen am Kolonkarzinom. Die Cox-Regression zeigte eine signifikante Assoziation zwischen früherem und aktuellem Rauchen und einem schlechteren Gesamtüberleben im Vergleich zu lebenslanger Rauchabstinenz. Wer mit dem Rauchen aufgehört hatte, wies ein besseres Gesamtüberleben (Tab. 1) sowie besseres CRC-spezifisches Überleben auf als Patienten, die noch immer rauchten. Hinsichtlich letzterem hatte ein Rauchstopp innerhalb der vergangenen 10 Jahre allerdings keinen nachweisbaren Effekt.
Tab. 1

Assoziation zwischen Rauchverhalten und vergangener Zeit seit Rauchentwöhnung mit der Gesamtüberlebensrate bei CRC-Patienten

 

Patientenzahl

Todesfälle ≤ 5 Jahre nach Diagnose

HR (95 % KI)

Rauchverhalten

noch nie

4.278

1.679 (39,2 %)

1,00 (Referenz)

ehemals

6.112

2.531 (41,4 %)

1,12 (1,04–1,20)

gegenwärtig

2.032

1.022 (50,3 %)

1,28 (1,04–1,57)

Zeit seit Entwöhnung

gegenwärtig (keine Entwöhnung)

1.916

947 (49,4 %)

1,00 (Referenz)

< 10 Jahre

1.333

589 (44,2 %)

0,78 (0,69–0,88)

≥ 10 Jahre

4.506

1.770 (39,3 %)

0,76 (0,60–0,96)

HR = Hazard Ratio; KI = Konfidenzintervall

In künftigen Studien sollte der positive Effekt des Nichtrauchens weiter quantifiziert werden — sowohl in Bezug auf die Krebsprävention als auch für die Verbesserung des Überlebens und hinsichtlich des Ansprechens auf eine Therapie von bereits diagnostizierten Patienten.

Fazit: Sowohl früheres als auch gegenwärtiges Rauchen ist nach einer Kolonkarzinomdiagnose im Vergleich zur lebenslangen Rauchabstinenz mit einer schlechteren Prognose assoziiert. Wer mit dem Rauchen aufgehört hat, hat dieser Metaanalyse zufolge aber verbesserte Überlebenschancen.

Literatur

  1. Ordóñez-Mena JM et al. Impact of prediagnostic smoking and smoking cessation on colorectal cancer prognosis: A meta-analysis of individual patient data from cohorts within the CHANCES consortium. Ann Oncol. 2018; 29(2):472–83.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Christian Behrend
    • 1
  1. 1.

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