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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 9, pp 15–15 | Cite as

Metastasiertes Melanom: Erneuter Versuch mit BRAF-Inhibitor sinnvoll

  • Christian Behrend
Dermatoonkologie Literatur kompakt
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Bei den meisten Patienten mit metastasiertem Melanom schreitet die Krankheit trotz Behandlung mit BRAF-Inhibitoren (BRAFi) fort. Dennoch können diese Patienten von einer erneuten BRAFi-Therapie profitieren.

Bei BRAFi scheinen die molekularen Mechanismen, die zur Resistenz gegen die Inhibitoren geführt haben, aufgrund epigenetischer Prozesse rückgebildet zu werden, wenn die Therapie ausgesetzt wird. Wie die Wirkung einer erneuten Behandlung ist, hat sich jetzt in einer retrospektiven Analyse gezeigt.

Für die Analyse wurden Daten von 116 Patienten mit metastasiertem Melanom und BRAF-Mutation ausgewertet, die eine BRAFi-basierte Therapie erhalten hatten und nach einer anderen Therapie oder Medikamentenpause erneut mit einer BRAFi-basierten Therapie behandelt wurden. Für beide Behandlungsintervalle wurden die Ansprechrate, das Gesamtüberleben (OS) und das progressionsfreie Überleben (PFS) analysiert. Manche Patienten erhielten zeitgleich einen MEK-Inhibitor (MEKi), andere nicht. Die mediane Behandlungsdauer lag bei 9,4 Monaten für die erste BRAFi±MEKi-Behandlung und bei 7,7 Monaten für die zweite. 72 % der Patienten hatten zwischenzeitlich eine Immuntherapie erhalten, 17 % eine andere medikamentöse Therapie und 11 % eine Medikamentenpause. Bei 44 % lagen Gehirnmetastasen vor, als die zweite BRAFi-Therapie begann.

Die Ansprechrate für die zweite BRAFi±MEKi-Therapie lag bei 43,3 %; vollständig sprachen 2,6 % der Patienten an und partiell 40,7 %. Bei 24,8 % der Probanden blieb die Erkrankung stabil, bei 31,9 % schritt sie fort. Von den 83 Patienten, die zuvor die BRAFi-Therapie aufgrund von Krankheitsprogression ausgesetzt hatten, sprachen 37,3 % auf die erneute Behandlung an (30 partiell und 1 vollständig). Das mediane OS bei der erneuten Behandlung betrug 9,8 Monate, das PFS 5 Monate. Zudem erzielte die Kombination von BRAFi und MEKi ein besseres OS als BRAFi allein (Hazard Ratio [HR] 0,5; p = 0,006).

Unabhängige prognostische Faktoren für das Überleben bei der zweiten Therapie umfassten die Zahl der metastasierten Organe und den Lactatdehydrogenasespiegel. Das Behandlungsergebnis hing also sehr von der Subgruppe ab. Eine sorgfältige Auswahl der Patienten kann den Erfolg einer erneuten BRAFi-Therapie deshalb erheblich begünstigen.

Fazit: Die erneute Behandlung mit BRAFi ± MEKi kann einen klinisch bedeutsamen Vorteil für Patienten mit metastasiertem Melanom bedeuten. Sie sollte für ausgewählte Patienten in Betracht gezogen werden.

Literatur

  1. Valpione S et al. Rechallenge with BRAF-directed treatment in metastatic melanoma: A multi-institutional retrospective study. Eur J Cancer. 2018;91:116–24.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Christian Behrend
    • 1
  1. 1.

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