Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 4, pp 64–64 | Cite as

MET-Inhibitor enttäuscht in Phase-III-beim MET-positiven Magenkarzinom

  • Christian Behrend
Gastroonkologie Literatur kompakt
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In ersten Studien schien der gegen MET, den Rezeptor des Hepatozyten-Wachstumsfaktors (HGF), gerichtete Antikörper Rilotumumab bei Karzinomen des Magens und des ösophagogastralen Übergangs (GEJ) zu wirken. Diese Hoffnung bestätigte sich in einer Phase-III-Studie nicht.

Es war eine Phase-II-Studie, die die Hoffnung geweckt hatte: Darin verlängerte die Kombination aus Chemotherapie und Rilotumumab das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu einer Chemotherapie plus Placebo.

Doch das Gesamtüberleben (OS) der Patienten konnte Rilotumumab in der folgenden Phase-III-Studie nicht verlängern. In dieser randomisierten, doppelblinden Studie wurde Rilotumumab mit Epirubicin, Cisplatin und Capecitabin kombiniert. Aufgenommen wurden insgesamt 609 Patienten mit fortgeschrittenem, nichtresezierbarem MET-positivem Adenokarzinom des Magens oder des GEJ. Alle Patienten hatten einen Performancestatuts zwischen 0 und 1 und zuvor keine systemische Therapie erhalten. Im Rahmen der Studie bekamen sie 50 mg/m2 Epirubicin intravenös (i. v.), 60 mg/m2 Cisplatin i. v. sowie 625 mg/m2 Capecitabin oral 2-mal täglich im Rahmen eines 21-Tage-Zyklus für 10 Zyklen. Jeder 2. Patient erhielt zudem 15 mg/kg Rilotumumab auch über die Chemotherapie hinaus bis zum Fortscheiten seiner Krankheit oder Beenden der Therapie, die übrigen bekamen ein Placebo. Primärer Endpunkt war das OS.

Die Behandlung wurde vorzeitig beendet, als ein unabhängiges Komitee eine höhere Zahl an Todesfällen in der Rilotumumab-Gruppe feststellte als in der Placebo-Gruppe. Das mediane Follow-up betrug 7,7 Monate unter Rilotumumab und 9,4 Monate unter Placebo. Das mediane Gesamtüberleben lag bei 8,8 Monaten unter Rilotumumab und bei 10,7 Monaten unter Placebo (Hazard Ratio 1,34).

Nebenwirkungen vom Grad ≥ 3 waren in beiden Armen vergleichbar. Am häufigsten waren Neutropenie (29 % unter Rilotumumab vs. 32 % unter Placebo), Anämie (12 vs. 14 %) und Fatigue (10 vs. 12 %). Auch schwere Nebenwirkungen war in beiden Gruppen ähnlich häufig (48 vs. 50 %). Allerdings traten unter Rilotumumab mehr Todesfälle aufgrund der Nebenwirkungen auf (14 vs. 10 %).

Fazit: Solange nicht mehr über den MET-Stoffwechselweg und seine genaue Funktion bei der Tumorentwicklung bekannt ist, dürfte Rilotumumab keine Rolle in der Behandlung von Karzinomen des Magens oder des GEJ spielen.

Literatur

  1. Catenacci DVT et al. Rilotumumab plus epirubicin, cisplatin, and capecitabine as first-line therapy in advanced MET-positive gastric or gastro-oesophageal junction cancer (RILOMET-1): a randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet Oncol. 2017;18(11):1467–82.CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Christian Behrend
    • 1
  1. 1.

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