Pädiatrie

, Volume 30, Issue 2, pp 18–18 | Cite as

Blickdiagnose: Enterothorax

  • Thomas Hoppen
Literatur kompakt
  • 13 Downloads

Dr. med. Thomas Hoppen, Koblenz

Ein weibliches Neugeborenes wurde in der 36. Schwangerschaftswoche bei pränatal diagnostizierter linksseitiger Zwerchfellhernie per Sectio entbunden. Unmittelbar nach der Geburt erfolgte die Intubation und Beatmung. Eine Magensonde wurde eingeführt und mit einer Absaugung begonnen. Die angeborene Zwerchfellhernie ist Folge eines inkompletten Zwerchfellmuskelverschlusses während der fetalen Entwicklung. Ein solcher Defekt kann auf der rechten, der linken oder in seltenen Fällen auch auf beiden Seiten auftreten. Rechtsseitige Defekte, die sich mit einer Leberverlagerung in den Thorax manifestieren, sind mit höheren Raten an Hochfrequenzventilation, extrakorporaler Membranoxygenierung und Tod assoziiert als Defekte auf der linken Seite.

Bei dieser Patientin betrug der posterolaterale Zwerchfelldefekt, auch Bochdalek-Hernie genannt, 3 x 4 cm (Abb.). Am dritten Lebenstag erfolgte der primäre chirurgische Verschluss. Nach der Operation war eine Hochfrequenzbeatmung, aber keine extrakorporale Membranoxygenierung mehr erforderlich. Nach einem Monat wurde das Mädchen in gutem Zustand nach Hause entlassen. Ein halbes Jahr später kam es zum Rezidiv und es war ein zweiter Eingriff erforderlich.

Das Röntgenbild zeigt einen in den linken Thorax verlagerten Darm, das Herz wird nach rechts verdrängt.

© Klein J et al. N Engl J Med 2017;377:e25

Kommentar: Das Röntgenbild dokumentiert eine beeindruckende Luftfüllung des gesamten, insbesondere des intathorakal gelegenen Darms und eine erhebliche Mediastinalverlagerung nach rechts. Es ist davon auszugehen, dass vor der endotrachealen Intubation eine Maskenbeatmung mit hohen Spitzendrücken oder ähnliches stattgefunden haben muss. Zur Darstellung kommt nur eine minimale Restlunge rechtsseitig. Der Nabelvenenkatheter projiziert sich auf den rechten Vorhof und der Nabelarterienkatheter ist in sehr hoher Position in der Aorta platziert. Einiges spricht dafür, dass die Magensonde distal komplett abgeknickt ist. Sie sollte korrigiert werden, sonst wird die enterale Dekompression ineffektiv bleiben.

Literatur

  1. Klein J et al. Images in Clinical Medicine: Congenital Diaphragmatic Hernia. N Engl J Med 2017;377:e25CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Thomas Hoppen
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations