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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 24, Issue 4, pp 15–15 | Cite as

Vorteil für Östrogenblocker-Kombi bei Brustkrebsmetastasen

  • Thomas Müller
Literatur kompakt
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Frauen mit Metastasen eines hormonrezeptorpositiven Brusttumors leben im Median noch rund dreieinhalb Jahre, wenn sie mit Aromatasehemmern der dritten Generation behandelt werden. Onkologen aus den USA haben nun untersucht, wie sich diese Zeit verlängern lässt.

Für die Studie S0226 werteten Onkologen aus den USA Daten von 694 Frauen aus, die an einem hormonrezeptorpositiven Brusttumor erkrankt waren und Metastasen entwickelt hatten. Alle waren gesundheitlich noch in einem relativ guten Zustand (Zubrod’s Performance Score von 0–2) und bislang nicht per Chemo- oder Immuntherapie gegen die Metastasen behandelt worden. Etwa ein Drittel hatte aber bereits eine adjuvante Chemotherapie erhalten, rund 40 % waren zuvor mit Tamoxifen behandelt worden. Die Ärzte teilten die Frauen in zwei gleich große Gruppen auf. In der einen Gruppe bekamen die Frauen eine Behandlung mit Anastrozol in Standarddosierungen, in der anderen zusätzlich den Östrogenrezeptorblocker Fulvestrant. Den Patientinnen mit Anastrozol-Monotherapie boten die Ärzte ebenfalls eine Fulvestrant-Behandlung an, sobald es zur Krankheitsprogression kam. Dieses Angebot nahmen 45 % von ihnen an.

Im Median lebten die Frauen mit Kombitherapie 49,8 Monate, solche mit initialer Monotherapie 42,0 Monate. Sahen sich die Forscher nur Frauen mit Tamoxifen-Vorbehandlung an, war der Vorteil geringer (48,2 versus 43,5 Monate) und die Differenz nicht mehr statistisch signifikant. Am stärksten profitierten Frauen ohne vorhergehende Tamoxifen-Behandlung von der Kombitherapie — sie lebten rund ein Jahr länger als solche mit der Anastrozol-Monotherapie (52,2 versus 40,3 Monate). Die progressionsfreie Überlebenszeit nach drei Jahren Nachbeobachtung betrug im Median 15 Monate mit der Kombi- und 13,5 Monate mit der Monotherapie. An diesen Werten hatte sich nach sieben Jahren nichts geändert. Ohne Tamoxifen-Vorbehandlung lagen die progressionsfreien Zeiträume im Median bei 16,7 und 12,7 Monaten, mit Tamoxifen betrugen sie 13,9 und 13,6 Monate.

Fazit: Das Sterberisiko unter der Kombitherapie mit Fulvestrant plus Anastrozol war um 18 %, das Progressionsrisiko um 19 % verringert ist. Wechselten Frauen mit Monotherapie nach der Progression auf Fulvestrant, hatten sie zwar eine vergleichbare Postprogressionsüberlebensrate wie Frauen mit der initialen Kombitherapie, die frühere Progression führte jedoch insgesamt zu einer kürzeren Lebensdauer.

Literatur

  1. Mehta RS et al. Overall Survival with Fulvestrant plus Anastrozole in Metastatic Breast Cancer. N Engl J Med 2019; 380: 1226–34CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Thomas Müller
    • 1
  1. 1.

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