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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 24, Issue 2, pp 46–46 | Cite as

FOKO 2019 in Düsseldorf

Praxisnahe Fortbildung auf hohem Niveau

  • Ingo Schroeder
Medizin aktuell
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Der diesjährige Fortbildungskongress der Frauenärztlichen BundesAkademie bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an vier Tagen wie gewohnt ein abwechslungsreiches Programm in angenehmer Atmosphäre. Das Spektrum reichte von Laientrends in der Gynäkologie bis hin zu onkologischen Themen wie der erweiterten adjuvanten endokrinen Therapie des Mammakarzinoms.

Vitamin-B12-Mangel durch vegane Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht Schwangere, Stillende und Kleinkinder unter veganer Ernährung als gefährdet an. Ernähren sich Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit vegan, muss die Versorgung mit kritischen Nährstoffen ärztlich überprüft werden. Eine rein pflanzliche Ernährung führt ohne konsequente Supplementierung zu einem Vitamin-B12-Mangel. Dessen möglichen Folgen erläuterte Prof. Dr. Stefan Eber, München.

Im Jahre 2018 hat die DGE die Referenzwerte für die tägliche Zufuhr von Vitamin B12 erhöht. Schwangere benötigen zur Auffüllung der Speicher 4,5 μg/Tag. Für stillende Frauen werden 5,5 μg/Tag empfohlen, da sie für die Milch etwa 1 μg Vitamin B12 benötigen. Die durchschnittliche tägliche Vitamin-B12-Aufnahme eines strengen Veganers beträgt hingegen nur 0,4 μg.

Der Fortbildungskongress der Frauenärztlichen BundesAkademie 2019: zu Gast in Düsseldorf.

© Ingo Schröder

Folgen einer Unterversorgung mit Vitamin B12

Allgemeine Symptome eines Vitamin-B12-Mangels sind Blässe, Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Tachykardie, Anämie und Neutropenie. Beim Ungeborenen kann ein Vitamin-B12-Mangel unter anderem mit Entwicklungsanomalien und einem niedrigen Geburtsgewicht assoziiert sein. In einer Studie von Senousy wird eine Unterversorgung mit Vitamin B12 als Risikofaktor für Neuralrohrdefekte beim Fötus beschrieben [Senousy SM et al. J Obstet Gynaecol Res. 2018; 44: 1902-8]. Beim Säugling können sich neurologische Symptome durch Schreien, Reizbarkeit oder Apathie äußern.

Marker zur Diagnostik

Diagnostiziert wird ein Vitamin-B12-Mangel über mehrere Marker. Ein Vitamin-B12-Mangel ist wahrscheinlich, wenn Holotranscobalamin (Holo-TC) deutlich erniedrigt ist (< 22 pmol/l). ein Mangel liegt bei einer zusätzlich erhöhten Plasmakonzentration der Methylmalonsäure (> 300 nmol/l) vor. Die Mutter sollte dann substituiert werden. Aber auch das Neugeborene sollte untersucht und behandelt werden, so Eber. Bei einer Holo-TC-Konzentration von 22–75 pmol/l erfolgt die weitere Abklärung ebenfalls über Methylmalonsäure. Bei einer Holo-TC-Konzentration von > 75 pmol/l liegt in der Regel kein Vitamin-B12-Mangel vor.

Als Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin appellierte Eber an seine Kolleginnen und Kollegen aus der Gynäkologie, den guten Kontakt zu den werdenden Müttern zu nutzen, und diese auch im Hinblick auf einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung umfassend aufzuklären. Durch die Entscheidung der Mutter zur veganen Ernährung dürfe von dieser nicht die mögliche Schädigung eines anderen Individuums billigend in Kauf genommen werden, so sein Fazit.

Literatur

  1. Präsentation: „Vegane Ernährung und Vitamin-B12-Mangel bei Schwangeren — Gefahren für die Schwangere, Stillende und den Säugling“Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Ingo Schroeder
    • 1
  1. 1.

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