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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 24, Issue 1, pp 47–47 | Cite as

San Antonio Breast Cancer Symposium 2018

Up to date bei der Brustkrebstherapie

  • Birgit-Kristin Pohlmann
Medizin aktuell

Auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium 2018 wurden wegweisende Erkenntnisse und Studienergebnisse vorgestellt. Etwa erste Daten der Phase-III-Studie KATHERINE zum post-neoadjuvanten Einsatz von T-DM1 bei Patientinnen mit frühem HER2-positivem (HER2+) Mammakarzinom, die unter neoadjuvanter Systemtherapie keine pathologische Komplettremission (pCR) erreicht haben.

So abwechslungsreich wie die Schirme am Ufer war das Programm auf dem Symposium.

© f11photo / Fotolia

Post-neoadjuvante T-DM1-Gabe halbiert Rezidivrisiko von Patientinnen ohne pCR

Insgesamt nahmen an der randomisierten Phase-III-Studie KATHERINE 1.486 Patientinnen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom (cT1–4 N0–3, M0) teil. Alle hatten mindestens sechs Zyklen einer neoadjuvanten Taxan-basierten Chemotherapie plus/minus ein Anthrazyklin sowie eine gegen HER2-gerichtete Behandlung (Trastuzumab ± Pertuzumab) erhalten. Postoperativ wurden Patientinnen ohne pathologische Komplettremission (pCR) mit Trastuzumab oder T-DM1 weiterbehandelt [Geyer CE Jr et al. SABCS. 2018;Abstr. GS1-10]. Primärer Studienendpunkt war das invasive krankheitsfreie Überleben (kein invasives Mammakarzinomrezidiv [iDFS]). Ziel war ein absoluter Vorteil von 6,5 % zugunsten der T-DM1-Gabe es, nach drei Jahren.Die erste geplante Interimsanalyse nach median 41 Monaten Follow-up ergab tatsächlich einen absoluten iDFS-Vorteil von 11,3 % zugunsten der post-neoadjuvanten Weiterbehandlung mit T-DM1 (Hazard Ratio [HR] 0,50). Nach drei Jahren waren im T-DM1-Arm noch deutlich mehr Patientinnen krankheitsfrei oder ohne invasives Rezidiv als im Trastuzumab-Arm (88,3 % vs. 77 %; p < 0,0001). Charles Geyer aus Richmond, USA, sprach von einem statistisch hoch signifikanten und zugleich klinisch relevanten iDFS-Vorteil.

Alle untersuchten Subgruppen profitierten

Bemerkenswert ist laut Geyer, dass sich der iDFS-Vorteil konsistent in allen untersuchten Subgruppen wiederfindet — unter anderem unabhängig vom Hormonrezeptor(HR)-Status.

Prognostisch sei wichtig, dass das Fernmetastasierungsrisiko im T-DM1-Arm im Vergleich zu Trastuzumab deutlich reduziert war. Die Rate lokoregionärer Rezidive betrug im Trastuzumab-Arm 4,6 % versus 1,1 % im T-DM1-Arm. Die Daten zum Gesamtüberleben sind laut Geyer noch nicht reif. Doch auch hier deute sich ein Überlebensvorteil für die mit T-DM1 weiter behandelten Patientinnen an (HR 0,70; p = 0,0848).

Nebenwirkungen handhabbar

Das Nebenwirkungsprofil entsprach dem, was von T-DM1 aus der metastasierten Situation bekannt ist. Im Vergleich mit Trastuzumab lag die Rate der Nebenwirkungen vom Grad ≥ 3 höher als im Trastuzumab-Arm (25,7 % vs. 15,4 %); diese waren aber klinisch handhabbar. Hauptnebenwirkungen sind Fatigue, Übelkeit und Leberwert-Veränderungen, die mehrheitlich mild/moderat ausgeprägt waren sowie ein Abfall der Blutplättchen (Grad ≥3: 6 %).

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Birgit-Kristin Pohlmann
    • 1
  1. 1.

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