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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 24, Issue 1, pp 12–12 | Cite as

Karzinomrisiko: Einfache Ovarialzysten im Ultraschall sind Normalbefunde

  • Christine Starostzik
Literatur kompakt

Während sich aus einzelnen Ovarialzysten so gut wie nie ein maligner Befund entwickelt, erhöht einer US-Studie zufolge das Auftreten komplexer Zysten und solider Raumforderungen das Risiko für ein Ovarialkarzinom signifikant.

Mit der Verbesserung bildgebender Verfahren wird heute immer mehr entdeckt, von dem nicht klar ist, welche Konsequenzen daraus folgen. Bei transvaginalen Sonografien des Beckens etwa tauchen häufig Zysten auf.

Forscher aus San Francisco haben zahlreiche Sonografiebilder von Ovarien ausgewertet und die Entwicklung nach der bildgebenden Untersuchung über drei bis 14 Jahre anhand des Krebsregisters bis Ende 2011 verfolgt. Die Daten wurden im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie mit 72.093 krankenversicherten, zu Beginn gesunden Frauen ab 18 Jahren zusammengeführt. Jeder Frau mit Krebsdiagnose wurden jeweils sieben entsprechende Frauen ohne Malignom gegenübergestellt. Bei Auffälligkeiten der Ovarien handelte es sich überwiegend um einfache Zysten. Diese Veränderungen kamen bei 23,8 % der Frauen unter 50 Jahren und bei 13,4 % der älteren Untersuchten vor.

Bei insgesamt 210 der Frauen wurde innerhalb der Beobachtungszeit ein Ovarialkarzinom diagnostiziert. Nur eine Frau über 50 Jahre mit einer einfachen Zyste entwickelte innerhalb der folgenden drei Jahre ein Karzinom, alle jüngeren Frauen mit einfachen Zysten blieben krebsfrei. Allerdings war bei 63 % der unter 50-Jährigen und bei 56 % der Frauen ab 50, bei denen ein Ovarialkarzinom diagnostiziert wurde, zuvor eine komplexe zystische Masse entdeckt worden.

In der multivariaten Analyse war die Krebswahrscheinlichkeit bei Frauen mit komplexen Zysten je nach Alter um das 23- bis 25-Fache erhöht, bei zusätzlichem Aszites erreichte die Odds Ratio bei den unter 50-Jährigen 28,9 und bei den Frauen ab 50 Jahren 249,3. Bei soliden Wucherungen ergab sich eine Erhöhung des Krebsrisikos um das 23,5-Fache für die Frauen unter 50 und um das 37,4-Fache für die älteren Studienteilnehmerinnen.

Von 1.000 Frauen mit komplexen Zysten oder soliden Wucherungen unter 50 Jahren erkrankten innerhalb von drei Jahren neun bis elf an einem Ovarialkarzinom. Bei über 50-Jährigen wurden unter gleichen Bedingungen 65–430 Fälle diagnostiziert. Von den Frauen dagegen, bei denen nur eine einfache Zyste gefunden wurde, entwickelte weniger als eine von 1.000 ein Malignom.

Fazit: Einzelne Zysten kommen bei prä- sowie bei postmenopausalen Frauen häufig vor. Sie bergen kein Malignitätsrisiko. Werden dagegen komplexe Zysten und solide Wucherungen entdeckt, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für ein Karzinom.

Literatur

  1. Smith-Bindman R et al. Risk of Malignant Ovarian Cancer Based on Ultrasonography Findings in a Large Unselected Population. JAMA Intern Med. 2018; https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2018.5113CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Christine Starostzik
    • 1
  1. 1.

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