Advertisement

gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 23, Issue 6, pp 49–49 | Cite as

Beeinträchtigt eine peritoneale Endometriose die Fertilität?

  • Kathrin von Kieseritzky
Medizin aktuell
  • 10 Downloads

Einen munteren Schlagabtausch zur Frage, ob die peritoneale Endometriose die Fertilität beeinträchtigt oder nicht, lieferten sich Prof. Ariane Germeyer aus Heidelberg und Dr. Klaus Bühler aus Saarbrücken.

Wie Bühler ausführte, ist die natürliche Fertilität bei Frauen mit minimaler oder leichter Endometriose im Vergleich zu Frauen mit ungeklärter Unfruchtbarkeit verringert. Minimale oder leichte Endometriose fand sich demnach häufig bei subfertilen Frauen mit ungeklärter Unfruchtbarkeit. Dem hielt Germeyer entgegen, dass in der entsprechenden Studie nur Frauen mit intraoperativ histologisch gesicherter Endometriose analysiert wurden. Eine Kontrollgruppe ohne histologisch gesicherte Endometriose wurde nicht betrachtet. Zudem war die Definition von Infertilität in der Studie ungenügend: Sie beruhte auf dem rein anamnestisch erhobenen Kriterium, zwölf Monate keine Konzeption angewendet zu haben. Andere Infertilitätsfaktoren (inklusive der andrologischen Fertilität) wurden nicht beachtet. Vielmehr kristallisierte sich das Lebensalter als Prognosefaktor für Endometriose-bedingte Infertilität heraus: Frauen unter 32 Jahren hatten dafür ein höheres Risiko (Odds Ratio 1,9; 95 %-Konfidenzintervall 1,4–2,4) [Santulli P et al. Hum Reprod. 2016; 31:1765-75].

Erfolgsrate bei IVF abhängig von Endometriose?

Bühler diskutierte verschiedene Faktoren, über die eine Endometriose Subfertilität beeinflusst beziehungsweise bewirkt, darunter:
  • eine ovarielle und endokrine Dysfunktion,

  • Störungen des „ovum pick-up“, eine Störung des Gametentransports.

Germeyer hielt entgegen, dass Frauen mit oder ohne Endometriose bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) identische Erfolgsraten aufweisen wie Frauen mit tubarem Faktor. Eine Studie ergab zudem, dass bei einer eingeschränkten ovariellen Reserve die Lebendgeburtenrate nach IVF abhängig vom Lebensalter der Patientin und nicht von der zugrunde liegenden Ursache ist [Yang X et al. BJOG. 2016;123(Suppl 3):76-81].

Lebensalter und ovarielle Reserve bleiben entscheidende Faktoren

Beide Referenten konnten sich schließlich auf einen gemeinsamen Nenner einigen: Die wichtigsten prognostischen Faktoren für die Chance, schwanger zu werden, bleiben das Lebensalter der Patientin und die ovarielle Reserve. Obwohl bei der minimalen Endometriose weniger Eizellen in IVF-Zyklen gewonnen werden, gibt es in Studien widersprüchliche Ergebnisse zu den Chancen für eine Schwangerschaft und den Lebendgeburtenraten. Deshalb müsse weiter abgeklärt werden, ob und in welcher Weise sich eine minimale oder leichte Endometriose auf die Fertilität auswirkt.

Literatur

  1. Präsentation „Kontroversen bei Endometriose und Sterilität“Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Kathrin von Kieseritzky
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations