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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 23, Issue 6, pp 17–17 | Cite as

Urologische Komplikationen durch Typ-1-Diabetes

  • Robert Bublak
Literatur kompakt
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Urologische Komplikationen als Begleiterscheinungen von Typ-1-Diabetes werden selten erwähnt, obwohl sie die Mehrheit der Patienten betreffen.

Urologische Störungen sind als Folgekrankheiten von Patienten mit Typ-1-Diabetes schlecht untersucht. Nun wurden 1.441 Patienten mit Typ-1-Diabetes — Teilnehmer des Diabetes Control and Complications Trial (DCCT) und der Follow-up-Studie Epidemiology of Diabetes Interventions and Complications (EDIC) — zweimal im Abstand von sieben Jahren zu ihren urologischen Beschwerden befragt.

65 % der Frauen und 68 % der Männer berichteten von mindestens einer urologischen Komplikation. Bei den Frauen war sexuelle Dysfunktion das führende Symptom (42 %), gefolgt von Kontinenzproblemen (31 %), LUTS („lower urinary tract symptoms“, 22 %) und Harnwegsinfekten (17 %). Nur bei 39 % der Frauen blieb es bei einem Symptom, 19 % hatten zwei, 5 % drei und 2 % sämtliche der vier führenden Komplikationen.

Bei Männern stand die erektile Dysfunktion im Vordergrund. Dahinter rangierten Libidostörungen (40 %), LUTS (24 %) und eine gestörte Orgasmusfunktion (17 %). Eines der genannten Symptome hatten 36 % der Männer, 22 % hatten zwei, 9 % drei und 3 % alle vier. Das Alter, die HbA1c-Konzentration und bei Frauen auch der Body-Mass-Index korrelierten mit dem Auftreten urologischer Komplikationen, wie auch das Vorhandensein von weiteren für Typ-1-Diabetes typischen Komplikationen, also Neuropathien, Nephropathien und Retinopathien.

Die Befragung im Abstand von sieben Jahren erlaubte Aussagen über den Verlauf. Hier zeigte sich, dass es bei manchen, wenn auch wenigen Patienten zu Remissionen kommt. Solche gab es bei den Frauen hinsichtlich der Harnwegsinfektionen mit einer Remissionsrate von 11 % und bei den anderen drei Störungen mit Raten zwischen 8 % und 9 %. Bei den Männern bildete sich am ehesten die Libidostörung zurück (14 %), gefolgt von LUTS (7 %), Orgasmusstörungen (4 %) und erektiler Dysfunktion (3 %). Wie es zu solchen Remissionen kommt und welche Faktoren dazu beitragen, wollen die Mediziner in künftigen Untersuchungen ans Licht bringen.

Fazit: Urologische Komplikationen sind prävalent und treten bei Patienten mit Typ-1-Diabetes häufig auf.

Literatur

  1. Wessells H et al. Burden of Urological Complications in Men and Women With Long-standing Type 1 Diabetes in the Diabetes Control and Complications Trial/ Epidemiology of Diabetes Interventions and Complications Cohort. Diabetes Care. 2018;41:2170–7CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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