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hautnah dermatologie

, Volume 35, Issue 2, pp 22–22 | Cite as

Langzeitprognose bei chronischem Handekzem

  • Dagmar Kraus
Literatur kompakt
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Um mehr über den Langzeitverlauf chronischer Handekzeme zu erfahren, hat die Deutsche Dermatologische Gesellschaft im Jahr 2009 das Chronische-Handekzem-Register initiiert. Mittlerweile stehen Daten über eine Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren zur Verfügung.

An der Patientenrekrutierung für das chronische Handekzem-Register zum Patienten-Langzeitmanagement (CARPE) haben sich 99 dermatologische Zentren in Deutschland beteiligt. Insgesamt 1.281 Patienten konnten zwischen 2009 und 2016 gelistet werden. Voraussetzung war, dass die Hautsymptomatik zum Zeitpunkt der Registrierung (T0) bereits seit mehr als drei Monaten bestanden hatte oder mindestens zwei Krankheitsschübe innerhalb der vorausgegangenen zwölf Monate aufgetreten waren. Die Patienten sollten bereits mit topischen Kortikosteroiden vorbehandelt und eine dauerhafte Besserung der Hautsymptome trotz adäquater topischer Behandlung nicht erreicht worden sein. Parallel durften keine weiteren Hauterkrankungen oder schweren Hautinfektionen bestehen. Alle Probanden wurden 3, 6, 12, 18, 24, 36, 48 und 60 (T1—8) Monate nach Registrierung erneut einbestellt, untersucht und falls notwendig die Therapie modifiziert.

793 der Patienten konnten über einen Zeitraum von zwei Jahren und 231 Patienten sogar fünf Jahre lang nachbeobachtet werden. Zum Zeitpunkt der Registrierung hatten 5,4 % der Patienten aufgrund des chronischen Handekzems ihren Beruf aufgegeben oder gingen einer anderen Tätigkeit nach. Die Betroffenen litten im Schnitt bereits seit sechs Jahren an der Hautsymptomatik, wobei bei 22,4 % das chronische Handekzem von dem behandelnden Dermatologen als schwerwiegend eingestuft wurde. Innerhalb des Follow-up wurde 39 % der Probanden mindestens einmal eine systemische Therapie (Alitretinoin, Acitretin, Methotrexat) verschrieben.

Im Laufe der fünf Jahre verbesserte sich neben dem subjektivem auch der objektiv beurteilte Schweregrad der Symptome. Die Lebensqualität stieg in den ersten beiden Jahren, um sich auf hohem Niveau zu stabilisieren. Immer weniger Probanden mussten systemisch behandelt werden (T0 31,1 % vs. T8 13,5 %). Die Zufriedenheit mit der Behandlung nahm zu. Zudem berichteten weniger Teilnehmer über therapiebedingte Nebenwirkungen oder empfanden die Therapie als „Zeitfresser“. Die Zahl der Patienten, denen es schwer fiel, die Therapieempfehlungen im Alltag umzusetzen, stieg jedoch.

Fazit: Unter kontinuierlicher dermatologischer Betreuung verbessert sich offenbar sowohl die Symptomatik eines chronischen Handekzems als auch das patientenbezogene Outcome dauerhaft, wie die Autoren betonen. Selbst bei Patienten mit langer Krankheitsgeschichte und schwerer Symptomatik waren gute Therapieerfolge zu verzeichnen.

Literatur

  1. Apfelbacher CJ et al. Chronic hand eczema in Germany: 5-year follow-up data from the CARPE registry. Contact Dermatitis. 2019; 80: 45–53CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Dagmar Kraus
    • 1
  1. 1.

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