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hautnah dermatologie

, Volume 35, Issue 2, pp 20–20 | Cite as

In-situ-Melanom: Weite Exzision ist nicht schlechter als Mohs-Chirurgie

  • Robert Bublak
Literatur kompakt
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Goldstandard der Therapie von Melanomen in situ ist die vollständige Exzision. Dieser steht die mikrografisch kontrollierte Mohs-Chirurgie gegenüber. Welche der Methoden besser ist, haben Australische und US-amerikanische Dermatologen im Zuge einer retrospektiven Analyse untersucht.

Melanome in situ befinden sich noch im präinvasiven Stadium. Der Tumor ist auf die Epidermis beschränkt, die Basalmembran intakt. Eine ganze Reihe von Behandlungsverfahren ist für In-situ-Melanome vorgeschlagen und untersucht worden, darunter auch konservative, speziell bei Lentigo-maligna-Melanomen. Dazu zählen die Strahlentherapie und der Einsatz von Imiquimod, Azelainsäure und Fluorouracil. Als Einzelmaßnahme kommt das konservative Vorgehen jedoch höchstens in ausgewählten Problemfällen infrage.

Laut der gültigen deutschen S3-Leitlinie zum malignen Melanom ist bei einem Sicherheitsabstand von mehr als 3 mm mit einer Rezidivrate von 0,5 % zu rechnen. Einer weiten Exzisionen steht die mikrografisch kontrollierte Mohs-Chirurgie mit 3-D-Histologie gegenüber, bei der unter vollständiger Schnittrandkontrolle so lange exzidiert wird, bis tumorfreies Gewebe erreicht ist.

In einer retrospektiven Analyse wurden nun die Daten von mehr als 24.000 Patienten, deren In-situ-Melanome weit exzidiert wurden (5 mm Abstand), mit den Angaben zu über 4.000 Patienten nach Mohs-Chirurgie verglichen.

Relevante Unterschiede in den Überlebenschancen taten nicht auf. Nach fünf, zehn und 15 Jahren lebten nach weiter Exzision noch 94 %, 86 % und 76 % der Patienten. Bei den mit Mohs-Chirurgie Behandelten betrugen die Raten 92 %, 81 % und 73 %. Die Differenzen im Gesamtüberleben waren ebenso wenig signifikant wie jene beim krebsspezifischen Überleben.

Welches Exzisionsverfahren in der Behandlung eines Melanoms in situ eingesetzt wird ist in der Praxis allerdings nicht immer frei wählbar. Sicherheitsabstände, wie sie für die weite Exzision zu fordern sind, lassen sich nicht in allen anatomischen Regionen einhalten, ohne erhebliche kosmetische oder funktionelle Einbußen zu verursachen. Solche schwierigen Lokalisationen finden sich an Grenzflächen im Gesicht, an den Ohren, den Fingern und Zehen. Die genannte deutsche Leitlinie spricht sich hier dafür aus, mikroskopisch kontrolliert zu operieren.

Fazit: In-situ-Melanome lassen sich mit weiter lokaler Exzision ebenso gut behandeln wie mit mikroskopisch kontrollierter Chirurgie nach Mohs. Weder das krebsspezifische noch das Gesamtüberleben fallen schlechter aus.

Literatur

  1. Phan K et al. Mohs micrographic surgery versus wide local excision for melanoma in situ: analysis of a nationwide database. Int J Dermatol. 2019; http://doi.org/c3dxGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.

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