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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 6, pp 48–48 | Cite as

28. Deutscher Hautkrebskongress/ADO-Jahrestagung

Neue Wege in der Dermatoonkologie

  • Sebastian Lux
Medizin aktuell
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Auf dem Deutschen Hautkrebskongress im Haus der Wirtschaft in Stuttgart wurde vom 13. bis 15. September 2018 über neue Forschungsdaten zum Nebenwirkungsmanagement bei Checkpointblockade, zum Hautkrebsscreening und dem Einfluss des Mikrobioms auf eine Immuntherapie diskutiert.

© Jürgen Fälchle / stock.adobe.com

Nebenwirkungen unter Checkpointinhibition managen

Häufige Nebenwirkungen von Checkpointinhibitoren wie Fatigue, Übelkeit oder Juckreiz sind meist zu beherrschen. Da grundsätzlich alle Organsysteme durch die Immuntherapie beeinträchtigt werden können, müssen betreuende Ärzte besonders wachsam sein. Patienten sollten daher über jegliche Symptome berichten. Prof. Lucie Heinzerling, Erlangen, warb dafür, unerwünschte Ereignisse an das Nebenwirkungsregister von Checkpointinhibitoren zu melden (lucie.heinzerling@uk-erlangen.de).

Wie PD Dr. Mirjana Ziemer, Leipzig, berichtete, sind lichenoide Arzneimittelexantheme und lichenoide Mukositis unter Checkpointinhibition häufig, zudem treten immer wieder Prurigo und Vitiligo auf. Neben topischen Glukokortikosteroiden könne den Reaktionen mit systemischen Glukokortikosteroiden, Cyclosporin A und bei quälendem Juckreiz mit Neurokinin-1(NK1)-Antagonisten begegnet werden. Ziemer betonte, dass ein echtes Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) sowie eine echte toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) unter PD1- oder CTLA4-Hemmern extrem selten sind.

Unter den endokrinen Nebenwirkungen sind Hypo- und Hyperthyreose mit etwa 3–10 % am häufigsten. Diese können mittlerweile von vielen Dermatologen selbst behandelt werden, wie Prof. Ralf Gutzmer erklärte: „Wir brauchen gar keinen Endokrinologen mehr!“ Vor allem bei Patienten mit Fatigue müsse an endokrine Nebenwirkungen gedacht und der Cortisolspiegel bestimmt werden. Therapiert werde eine symptomatische Hyperthyreose mit Betablockern; Thyreostatika seien nur bei gesteigerter Schilddrüsenhormonproduktion indiziert, nicht bei einer Zerfallshyperthyreose. Bei einer Hypothyreose werde Thyroxin substituiert, bei schmerzhafter Schilddrüsenschwellung 0,5 mg/kg KG Methylprednisolon ausschleichend gegeben [Haanen et al. Ann Oncol. 2017; 28(Suppl. 4): 119-42]. Die Checkpointblockade muss nur bei akuter Symptomatik pausiert werden, erklärte Gutzmer.

Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass endokrine Nebenwirkungen meist irreversibel seien; ebenso der Diabetes mellitus, der bei etwa 0,5 % der Patienten auftritt. Die von PD Dr. Imke Satzger, Hannover, vorgestellten Charakteristika entsprechen am ehesten dem Typ-Ib-Diabetes, häufig mit fulminantem Verlauf. Erstmalig auftreten kann der Diabetes praktisch jederzeit während der Immuntherapie; diese kann in der Regel fortgeführt werden.

Literatur

  1. Sitzung 14: Nebenwirkungsmanagement bei Checkpoint-InhibitionGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Sebastian Lux
    • 1
  1. 1.

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