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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 6, pp 23–23 | Cite as

Immuntherapie wirkt auch gegen Melanommetastasen im Gehirn

  • Beate Schumacher
Literatur kompakt
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Die übliche Initialtherapie bei intrakranieller Metastasierung eines malignen Melanoms ist die Resektion oder Bestrahlung. Eine mögliche Alternative dazu scheint die primäre Immuntherapie zu sein.

In einer offenen Phase-II-Studie untersuchten US-amerikanische Onkologen die Wirkung der Wirkstoffkombination aus Nivolumab und Ipilimumab auf die Hirnmetastasen von Melanompatienten. Die 94 Studienteilnehmer hatten mindestens eine bislang nicht bestrahlte Hirnmetastase mit einem Durchmesser zwischen 0,5–3 cm und noch keine neurologischen Symptome. Die Studientherapie bestand aus Nivolumab (1 mg/kg Körpergewicht [KG]) plus Ipilimumab (3 mg/kg KG) alle drei Wochen bis zu vier Dosen, gefolgt von Nivolumab (3 mg/kg KG) zweiwöchentlich bis zur Progression oder nicht tolerabler Toxizität. Im Median bekamen die Patienten in der Induktionsphase drei Dosen, mit der Erhaltungstherapie konnten 59 % behandelt werden. Die Nachbeobachtungszeit betrug mindestens sechs und median 14 Monate.

Gemäß den RECIST(„response evaluation criteria In solid tumors“)-Kriterien 1.1 kam es bei 26 % der Patienten zu einem vollständigen und bei 30 % zu einem partiellen Ansprechen, bei 2 % blieb die Erkrankung stabil. Insgesamt hatten 57 % der Patienten einen klinischen Nutzen hinsichtlich der Hirnmetastasen. Der Effekt war unabhängig von der Zahl der intrakraniellen Zielläsionen und ähnlich dem auf Läsionen außerhalb des Gehirns. Häufiger festzustellen war ein klinischer Nutzen, wenn die Patienten Lactatdehydrogenase-Spiegel oberhalb des Normbereichs oder Tumoren mit einer PD-L1(„programmed cell death 1 ligand 1“)-Expression von mindestens 5 % hatten. Sechs Monate nach Therapiebeginn lebten 64 % der Patienten noch ohne Progression der Hirnmetastasen.

Das Sicherheitsprofil der Therapie entsprach dem aus früheren Studien. 55 % der Patienten wiesen Grad-3- oder -4-Nebenwirkungen auf; 20 % beendeten deswegen die Behandlung. Bei 7 % der Patienten wurden ZNS-Nebenwirkungen vom Grad 3 oder 4 registriert; dies waren Kopfschmerzen (3 Patienten), Hirnödeme (2), Hirnblutung (1), periphere Motoneuropathie (1) und Synkope (1). Die Sorge, dass durch die entzündlichen Prozesse, die eine verstärkte T-Zell-Antwort begleiten, die Bildung von Ödemen um die Hirntumoren zu fördern, wurde damit entkräftet.

Fazit: Die Ergebnisse der Phase-II-Studie sprechen für eine Immuntherapie mit Nivolumab plus Ipilimumab, um eine schnelle Kontrolle extra- und intrakranieller Metastasen von Melanompatienten zu erzielen. Der Ansatz könnte eine Alternative zur operativen oder radiologischen Ersttherapie sein.

Literatur

  1. Tawbi HA et al. Combined Nivolumab and Ipilimumab in Melanoma Metastatic to the Brain. N Engl J Med. 2018; 379: 722–30CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  1. 1.

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