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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 6, pp 18–18 | Cite as

Schwangerschaftskomplikationen durch Schuppenflechte

  • Marie Fahrenhold
Literatur kompakt
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Größere Studien zu den Auswirkungen von Psoriasis auf Schwangerschaften und Geburten sind selten, frühere Ergebnisse waren oft widersprüchlich. Nun haben sich skandinavische Wissenschaftler der Frage nach einer möglichen Assoziation angenommen.

In der Rubrik „Literatur kompakt“ werden die wichtigsten Originalarbeiten aus der internationalen Fachliteratur referiert.

© Mehmet Dilsiz / Fotolia.com

Bei Frauen im reproduktiven Alter liegt die Prävalenz der Schuppenflechte bei etwa 1 %. Ein erheblicher Teil der Psorasispatientinnen entwickelt eine Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Depressionen oder andere chronisch entzündliche Erkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) oder rheumatoide Arthritis (RA) — allesamt Erkrankungen, die mit erheblichen Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen assoziiert sein können.

Dänische und schwedische Forscher haben in einer bevölkerungsbezogenen Kohortenstudie den Zusammenhang zwischen maternaler Psoriasis und Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen mithilfe der Daten nationaler Geburten-, Patienten- sowie Arzneimittelregister untersucht. Analysiert wurden Frauen mit und ohne Psoriasis, die zwischen 2007 und 2012 einen Einling zur Welt brachten. Frauen mit Psoriasis wurden zusätzlich nach Schweregrad der Erkrankung (leicht/schwer) kategorisiert. Insgesamt wurden die Daten von 741.973 Frauen mit 952.907 Schwangerschaften während des Studienzeitraums analysiert, davon 8.097 (0,9 %) Frauen mit Psoriasis — 312 schwere Fälle, 964 mit Psoriasisarthritis (PsA).

Beobachtete Schwangerschaftskomplikationen umfassten vorgeburtliche Blutungen, Präeklampsie, venöse Thromboembolie sowie Schwangerschaftsdiabetes und -hypertonie. Komplikationen bei der Geburt waren Kaiserschnitt, Frühgeburt (< 37. Schwangerschaftswoche), Untergewicht für Gestationsalter („small for gestational age“, SGA) schwere angeborene Fehlbildungen und Totgeburt.

Frauen mit Psoriasis und PsA waren im Durchschnitt älter und hatten einen generell ungesünderen Lebensstil als Frauen ohne Psoriasis — einschließlich vermehrtem Tabakkonsum und höherem Body-Mass-Index. Zudem wurden bei Psoriasispatientinnen häufiger Diabetes, Bluthochdruck und Depressionen diagnostiziert. Komorbiditäten wie CED und RA konnten häufiger bei Frauen mit PsA beobachtet werden.

Unter Berücksichtigung von Alter und Parität ergab sich für Psoriasispatientinnen ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes (adjustierte Odds Ratio (aOR) 1,36; 95 %-Konfidenzintervall (KI) 1,18–1,57), Schwangerschaftshypertonie (aOR 1,26; 95 %-KI 1,10–1,44) und Präeklampsie (aOR 1,28; 95 %-KI 1,14–1,44). Zudem hatten Frauen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko für die Entbindung durch elektive sowie Notfallkaiserschnitte (aOR 1,17; 95 %-KI 1,08-1,26 bzw. aOR 1,16; 95 %-KI 1,08–1,26).

Das Risiko für peripartale Blutungen, venöse Thromboembolien, Frühgeburten, SGA, schwere angeborene Fehlbildungen oder Totgeburten war bei Schwangeren mit Psoriasis nicht erhöht.

Fazit: Schwangere Frauen mit Psoriasis haben ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und -hypertonie, Präeklampsie sowie die Entbindung durch einen Kaiserschnitt. Allerdings weisen sie häufiger einen generell ungesunden Lebensstil auf, wodurch das Risiko für Schwangerschafts- und Geburtkomplikationen ebenfalls steigt. Veränderbare Lebensstilfaktoren sollten daher bei Psoriasispatientinnen im gebärfähigen Alter unbedingt berücksichtigt werden.

Literatur

  1. Bröms G et al. Effect of Maternal Psoriasis on Pregnancy and Birth Outcomes: A Population based Cohort Study from Denmark and Sweden. Acta Derm Venereol. 2018; 98: 728–34CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Marie Fahrenhold
    • 1
  1. 1.

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