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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 5, pp 66–66 | Cite as

Gesundheitsministerkonferenz

Patienten sollen Arztbriefe verstehen

  • Katrin Berkenkopf
Praxis konkret
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Die Menschen wüssten heutzutage mehr über Medizin, meinen die Gesundheitsminister — die Ärzteschaft sollte dies in der Kommunikation mit ihren Patienten berücksichtigen.

Gute Kommunikation ist entscheidend für das Vertrauensverhältnis zwischen dem Patienten und seinem Arzt.

© Jeanette Dietl / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)

Die Gesundheitsminister der Länder wollen Patienten stärker in den Mittelpunkt der Gesundheitsversorgung stellen. „Der Patient muss verstehen, was und warum etwas mit ihm gemacht wird“, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), der der vorherigen Bundesregierung als Patientenbeauftragter angehörte. Auf der diesjährigen Gesundheitsministerkonferenz (GMK) haben die Politiker deshalb einen ganzen Katalog an entsprechenden Maßnahmen beschlossen. Dazu gehören verständlichere Arztbriefe, verpflichtende Informationen zu individuellen Gesundheitsleistungen oder Erleichterungen beim Nachweis von Behandlungsfehlern.

Viele Patienten hätten heute eine deutlich höhere Gesundheitskompetenz als früher, so Laumann. Das müsse bei der Kommunikation genauso beachtet werden wie die Notwendigkeit, medizinische Sachverhalte in eine möglichst einfache Sprache zu verpacken.

Im Fokus: Kommunikation

„Kommunikation muss in der Ausbildung einen erheblichen Stellenwert haben“, betonte er mit Blick auf alle medizinischen Berufe. Das Thema spielt daher in vielen der von der GMK vorgeschlagenen Maßnahmen eine Rolle: So sollen Patienten alle wichtigen Untersuchungsbefunde und Behandlungsempfehlungen selbst schriftlich mitgeteilt bekommen. Als ersten Schritt setzt sich die GMK für einen Patientenbrief nach jeder stationären Behandlung ein.

Reformbedarf sehen die Länder auch bei der bislang geltenden Beweislast für Behandlungsfehler. „Da müssen wir zu einem anderen Rechtsbegriff kommen, und wir brauchen mehr Unterstützung der Krankenkassen für ihre Mitglieder“, sagte Laumann. Für Härtefälle soll es einen Entschädigungsfonds geben.

Reform für die Organspende?

Die GMK setzte sich in Düsseldorf außerdem für neue Rahmenbedingungen zur Organspende ein, um die Zahl der Organspender endlich zu steigern. Vor wenigen Jahren sei Hessen mit seiner Unterstützung für die Widerspruchslösung noch allein gewesen, jetzt sähen alle Länder die dringende Notwendigkeit für Reformen, erklärte nordrhein-westfälische Minister Laumann. Der erste Ansatzpunkt liege aber bei den Kliniken. Sie müssten alle Kosten im Zusammenhang mit Organspenden ersetzt bekommen. In Nordrhein-Westfalen sei der jüngste Einbruch bei der Zahl der Organentnahmen in den neurochirurgischen Kliniken des Landes entstanden, sagte Laumann. „Das geht so nicht weiter.“ Er will in diesem Sommer alle 18 Einrichtungen besuchen.

Entbudgetierung vertragsärztlicher Versorgung abgelehnt

Abgelehnt hatte die GMK hingegen einen Vorschlag zur Entbudgetierung der vertragsärztlichen Versorgung. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nannte diese Entscheidung eine „versäumte Chance“. „Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Milliardenpolster der Krankenkassen absolut unverständlich“, sagte der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Gassen. Der stellvertretende Vorsitzende Dr. Stephan Hofmeister erklärte mit einem Seitenhieb auf das zentrale GMK-Thema Patientenorientierung: „Es wäre absolut wünschenswert, wenn Politiker die gleiche Energie aufbringen würden, den Niedergelassenen gute Rahmenbedingungen zu schaffen anstatt einer Misstrauenskultur zu frönen. Patientenschutz ist wichtig — das zeigt sich am besten in einem funktionierenden Arzt-Patient-Vertrauensverhältnis.“

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Authors and Affiliations

  • Katrin Berkenkopf
    • 1
  1. 1.

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