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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 5, pp 58–58 | Cite as

Was ist bei der immunsuppressiven Therapie von Autoimmundermatosen zu beachten?

  • Angelika Bauer-Delto
Medizin aktuell

Zu den in der Dermatologie häufig verwendeten immunsuppressiv wirkenden Medikamenten zählen systemische Glukokortikoide. Das Risiko für Nebenwirkungen hängt vom verwendeten Wirkstoff, von der Höhe der Dosierung und der Therapiedauer ab.

„Um ein Cushing-Syndrom zu vermeiden, sollte eine erforderliche Langzeittherapie entsprechend geplant werden“, so Prof. Miklós Sárdy, Budapest. Die Dosierung sollte unter der Cushing-Schwelle bleiben, die bei etwa 10 mg Prednisolon-Äquivalent pro Tag liege. Alternativ könne auch eine alternierende Gabe des Glukokortikoides sinnvoll sein, beispielsweise jeden zweiten Tag oder in höherer Dosierung einmal pro Woche.

Um einer Osteoporose vorzubeugen, könne Kalzium und Vitamin D gegeben werden. Weitere Komplikationen können je nach Bedarf durch Protonenpumpenhemmer oder H2-Antagonisten sowie Antihypertensiva oder Diuretika vermieden werden. Sárdy gab außerdem Empfehlungen für den Einsatz von Immunsuppressiva im engeren Sinne: Der Folsäureantagonist Methotrexat hemme die Proliferation aller Zellen, so der Dermatologe. Wichtigste Indikationen seien Kollagenosen, kutaner Lupus erythematodes, Psoriasis, das bullöse Pemphigoid und andere bullöse Autoimmunerkrankungen sowie die Sarkoidose. Die Dosis beträge in der Regel 10–15 mg pro Woche, könne aber zwischen 5–30 mg pro Woche liegen. Mögliche Nebenwirkungen sind Infektionen, Mukositis, intertestitiale Pneumonitis, Myeloto- und Hepatotoxizität, telogenes Effluvium und Müdigkeit. Außerdem ist die Substanz embryotoxisch.

Azathioprin wird bei einem ähnlichen Indikationsspektrum eingesetzt. Die Dosierung sollte bei 1,5–3 mg/kg liegen. Zu den Nebenwirkungen zählen Myelotoxizität, Infektionen, Hepatotoxizität, Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen. Eine Thiopurin-Methyltransferase(TPMT)-Defizienz solle ausgeschlossen werden, die mit der Gefahr einer schweren Myelotoxizität einhergehen würde. Zu beachten seien zudem Wechselwirkungen mit Allopurinol und Sulfasalazin.

Die bedeutendsten dermatologischen Einsatzgebiete für Cyclosporin sind die Psoriasis und die Dermatitis atopica. Wichtigste Nebenwirkungen sind Nephrotoxizität und Hypertonie. Die Dosis sollte 2–5 mg/kg betragen und eine Therapiedauer von zwei Jahren nicht überschritten werden. Immunsuppressiva im engeren Sinne werden häufig mit Glukokortikoiden kombiniert, um Steroide zu sparen. Eine Kombination der Immunsuppressiva miteinander sei jedoch gefährlich. Der wichtigste Faktor für die Auswahl sei laut Sárdy die Komorbidität. Dabei seien insbesondere Nieren- und Leberfunktion, Differenzialblutbild, Organalterung und Zustand des Kreislaufs zu beachten. Zudem sollte eine ausführliche Arzneimittelanamnese erhoben werden, um Wechselwirkungen und eine additive Toxizität zu vermeiden.

Literatur

  1. Sárdy M. Autoimmundermatosen: Einsatz von Immunsuppressiva: Was gilt es zu beachten?Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Angelika Bauer-Delto
    • 1
  1. 1.

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