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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 5, pp 29–29 | Cite as

Wie vor berufsbedingtem Handekzem schützen?

  • Christine Starostzik
Literatur kompakt
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Feuchtigkeitscremes allein oder in Kombination mit Schutzcremes könnten einen klinisch relevanten Effekt zur Prävention eines beruflich bedingten Handekzems haben — die Evidenz ist allerdings niedrig.

Handekzeme sind für Patienten belastend. In einer Studie wurde nun die effizienz präventiver Maßnahmen untersucht.

© injenerker / Fotolia

Ein beruflich bedingtes irritatives Handekzem beeinflusst die Lebensqualität der Betroffenen und kann bis zur Berufsunfähigkeit führen. Obwohl verschiedene primäre Präventionsmaßnahmen bekannt sind, gibt es bislang keine klaren Empfehlungen zur Vorbeugung und Vermeidung. Deswegen wurden nun in einem Cochrane-Review-Update die Ergebnisse aus neun randomisierten kontrollierten Studien zusammengefasst.

Im Rahmen der Untersuchungen waren die Wirksamkeit von Hautschutzcreme und/oder Feuchtigkeitscreme (sechs Studien, 1.533 Teilnehmer) beziehungsweise von Schulungsmaßnahmen (drei Studien, 1.355 Teilnehmer) bei Personen, die beruflich möglicherweise hautschädigenden Bedingungen ausgesetzt waren, jeweils mit einer entsprechenden Kontrollgruppe (Personen ohne Präventionsmaßnahmen) verglichen worden.

Unter Anwendung von Hautschutzcreme entwickelten 29 % der Teilnehmer Symptome eines Handekzems, in der Kontrollgruppe 33 %. Daraus ergibt sich eine klinisch möglicherweise unerheblich geringe Risikoreduktion mit schwacher Evidenz für die Wirksamkeit der Präventionsmaßnahmen.

So halten die Studienautoren die geschilderten Effekte für zu wenig eindeutig, um eine Empfehlung abgeben zu können.

Von den mit Feuchtigkeitscremes behandelten Teilnehmern entwickelten 13 % Symptome eines beruflich bedingten irritativen Handekzems (vs. 19 % in der Kontrollgruppe). Auch dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.

Denkbar sei auch ein protektiver Effekt mit klinischer Relevanz durch Verwendung einer Kombination aus Hautschutz- und Feuchtigkeitscreme, so die Studienautoren (Symptome eines beruflich bedingten irritativen Handekzems: 8 % vs. 13 % in der Kontrollgruppe). Allerdings war auch hier der relative Unterschied nicht signifikant und das Ergebnis von geringer Evidenz. Gleiches galt auch für Schulungen zum Hautschutz.

Fazit: Die bislang unsichere Datenlage bedeute nicht zwingend, dass die derzeit angewandten Maßnahmen wirkungslos seien, schlussfolgern die Studienautoren aus den Ergebnissen ihrer Analyse. Um die Effektivität der in Studien angewandten verschiedenen Maßnahmen aber sicher miteinander vergleichen und Empfehlungen höherer Evidenz abgeben zu können, bedürfe es standardisierter Methoden zur Diagnose des beruflich bedingten irritativen Handekzems.

Literatur

  1. Bauer A et al. Interventions for preventing occupational irritant hand dermatitis. Cochrane Database Syst Rev. 2018; 4: CD004414PubMedPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Christine Starostzik
    • 1
  1. 1.

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