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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 5, pp 28–28 | Cite as

Psoriasis: Interleukinhemmer im Vergleich

  • Moritz Grütz
Literatur kompakt
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Biologika gegen Interleukin-17 und -23 gewinnen an Bedeutung bei der Psoriasisbehandlung. In einer Metaanalyse wurden nun die Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten zu sechs verschiedenen Therapeutika analysiert.

In Form einer Metaanalyse wurden 21 Studien mit insgesamt rund 15.000 Patienten zur Wirksamkeit verschiedener Interleukin(IL)-Hemmer gegen Psoriasis ausgewertet. Elf der Arbeiten befassten sich mit IL-17-Inhibitoren (Secukinumab, Brodalumab, Ixekizumab), der Rest mit IL-23-Inhibitoren (Ustekinumab, Guselkumab, Tildrakizumab).

Alle Biologikatherapien zeigten nach zwölf oder 16 Wochen statistisch signifikante Ergebnisse für eine über 75 %ige sowie über 90 %ige Verbesserung gegenüber Placebo im Psoriasis-Area-and-Severity-Index (PASI 75 und PASI 90).

Die höchste Wahrscheinlichkeit, ein PASI-75-Ansprechen zu erreichen, zeigte Ixekizumab (160 mg wk0 + 80 mg q2w) (relatives Risiko [RR] 21,32; 95%-Konfidenzintervall [95%-KI] 15,48–29,36; p < 0,00001), gefolgt von Ustekinumab 90 mg (RR 19,78; 95%-KI 13,45–29,09; p < 0,00001), und Ixekizumab (160 mg wk0+80 mg q4w) (RR 19,67; 95%-KI 14,27–27,11; p < 0,00001). Auch bezüglich PASI 90 erzielte Ixekizumab (160 mg wk0 + 80 mg q2w) die besten Ergebnisse (RR 59,76; 95%-KI 32,41–110,19; p < 0,00001), gefolgt von Ixekizumab (160 mg wk0 + 80 mg q4w) (RR 54,12; 95%-KI 29,34–99,82; p < 0,00001) und Secukinumab 300 mg (RR 42,73; 95 %-KI 22,25–82,04; p < 0,00001).

Allerdings waren Dosierung und Häufigkeit der Verabreichung bei den IL-17-Antagonisten höher als bei den Biologika gegen IL-23. Neben der besseren Wirksamkeit könnte darin auch das erhöhte RR für eine oder mehr Nebenwirkungen begründet sein. Dieses war nämlich bei allen drei IL-17-Hemmern (bei beiden verwendeten Dosen) höher als bei den untersuchten IL-23-Hemmern: Das höchste RR mit signifikanter Erhöhung gegenüber Placebo wurde für Ixekizumab (160 mg wk0+80 mg q4w) ermittelt (RR 1,27; 95 %-KI 1,16–1,39; p < 0,00001). Dahinter lagen Ixekizumab (160 mg wk0+80 mg q2w) (RR 1,26; 95 %-KI 1,15–1,38; p < 0,00001) und Secukinumab 150 mg (RR 1,17; 95 %-KI 1,08–1,28; p = 0,0004). Das geringste RR bestand dagegen bei Tildrakizumab bei 100 mg (RR 0,88; 95 %-KI 0,78–1,00; p = 0,05) und 200 mg (RR 0,88; 95 %-KI 0,78–0,99; p = 0,04). Für schwere Nebenwirkungen gab es für sämtliche Biologika keinen signifikanten Unterschied zur Placebogruppe.

Fazit: Die Metaanalyse ergab, dass Ixekizumab, gefolgt von weiteren IL-17-Hemmern, zwar die wirksamste Kurzzeitbehandlung, aber auch die risikoreichste Therapie unter den untersuchten Biologika darstellt. Hinsichtlich der Arzneimittelsicherheit und Therapietreue könnten jedoch Biologika, die auf IL-23 abzielen, die bessere Wahl sein. Analysiert wurden allerdings die untereinander teilweise verschiedenen primären Endpunkte der Studien (zwölf oder 16 Wochen). Deswegen ist der klinische Wert der Ergebnisse fraglich — insbesondere, weil die optimale therapeutische Wirksamkeit gemäß den klinischen Richtlinien zu beiden Zeitpunkten noch nicht erreicht war. Um auch die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit dieser Biologika zu bestätigen, sind deswegen weitere Langzeitstudien notwendig.

Literatur

  1. Cui L et al. Efficacy and safety of biologics targeting IL-17 and IL-23 in the treatment of moderate-to-severe plaque psoriasis: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Int Immunopharmacol. 2018; 62: 46–58CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Moritz Grütz
    • 1
  1. 1.

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