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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 5, pp 27–27 | Cite as

Auch Melanompatienten mit Hirnmetastasen profitieren von neuen Behandlungsmethoden

  • Thomas Müller
Literatur kompakt
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Moderne Therapeutika haben das Leben von Melanompatienten verlängert. Ob und in welchem Ausmaß das auch für Patienten mit Hirnmetastasen zutrifft, wurde nun anhand von Beobachtungsdaten analysiert.

Australische Onkologen haben die Daten von 355 Melanompatienten mit Hirnmetastasen zum Überleben unter verschiedenen Therapeutika analysiert. Vor der Einführung moderner Therapeutika wie PD1-, BRAF-und CTLA-4-Hemmern lag die Überlebenszeit dieser Patientengruppe zusammengenommen im Median bei vier bis sechs Monaten; war eine Operation (OP) oder stereotaktische Radiatio indiziert, konnten Betroffene auf sieben bis zehn Monate hoffen.

Wie sich zeigte, lag die mediane Gesamtüberlebenszeit der australischen Patienten mit 7,1 Monaten nun etwas höher als in der Vergangenheit. Am längsten lebten die Patienten mit einer modernen medikamentösen Therapie und zusätzlicher stereotaktischer Radiatio oder OP: Ihnen blieben im Median 15 Monate. Sie lebten damit immerhin um die Hälfte länger bis doppelt so lange wie Patienten aus den zwei Dekaden davor. Nach einem Jahr waren noch 58 %, nach zwei Jahren 35 % der Patienten am Leben.

Erwartungsgemäß wenig Zeit blieb Patienten mit supportiver Behandlung — im Median 1,8 Monate. Auch Betroffene mit einer Medikamentenmonotherapie (5,4 Monate), einer alleinigen Ganzhirnbestrahlung (4,4 Monate) oder einer systemischen Therapie mit Ganzhirnbestrahlung (5,2 Monate) hatten eine relativ schlechte Prognose — der Unterschied zur supportiven Behandlung war bei der Lebenszeit nicht einmal signifikant.

Wie auch in älteren Studien standen auch in der aktuellen Untersuchung alte Patienten, solche mit symptomatischen und multiplen Metastasen, einem erhöhten LDH-Spiegel oder mit einem schlechten Gesamtzustand besonders schlecht da. In einer multivariaten Analyse lebten allerdings nur Patienten mit symptomatischen Metastasen signifikant kürzer als solche mit asymptomatischen, für die anderen prognostischen Faktoren ergaben sich keine signifikanten Differenzen.

Fazit: Die Onkologen vermuten, dass sich mit modernen Therapeutika auch das Leben von Melanompatienten mit Hirnmetastasen verlängern lässt — vor allem dann, wenn diese mit lokalen Behandlungen wie OP oder stereotaktischer Bestrahlung kombiniert werden können. Ein solches Vorgehen sei zwar noch nicht in randomisiert-kontrollierten Studien geprüft worden, allerdings sprächen auch andere Beobachtungsstudien für die Kombination von systemischer und lokaler Therapie.

Literatur

  1. Tio M et al. Survival and prognostic factors for patients with melanoma brain metastases in the era of modern systemic therapy. Pigment Cell Melanoma Res. 2018; 31: 509–15CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Thomas Müller
    • 1
  1. 1.

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