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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 5, pp 24–24 | Cite as

Seltenes bakterielles Mitbringsel aus Westafrika am Bein

  • Heinrich Holzgreve
Literatur kompakt
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Ein fünfjähriges Mädchen war kürzlich von einer Reise nach Sierra Leone zurückgekehrt. Das Gesundheitswesen des westafrikanischen Staates entspricht nicht den internationalen Anforderungen; so sind etwa die Durchimpfungsraten sehr niedrig. Wegen scharf begrenzter und ulzerierter Hautwunden an beiden Beinen (Abb. A) , die juckten und teils bluteten, wurde das Kind in eine Ambulanz gebracht. Die Wunden waren bereits in Afrika aufgetaucht und seitdem kontinuierlich gewachsen. Das Kind hatte alle Grundimpfungen erhalten. Der CRP-Wert des Kindes war leicht erhöht, die Leukozytenzahl normal.

A: Kutane Diphtherie oberhalb des Sprunggelenks. B: Auslösende grampositive Bakterien.

© N Engl J Med. 2018; 378: e17

Nach einem Abstrich wurde zunächst eine Therapie mit Floxacillin begonnen.Die Kultur ergab eine bakterielle Infektion mit Staphylococcus aureus, Streptokokken der Gruppe A und Corynebacterium diphtheriae. Die Gram-Färbung ergab überwiegend grampositive, für Corynebacterium charakteristische Erreger (Abb. B). Mittels Immundiffusion (Elek-Test) konnte eine Diphtherie-Toxinproduktion nachgewiesen werden.

Es handelte sich somit um einen seltenen Fall von Hautdiphtherie. Nach der Diagnose wurde das Antibiotikum auf Clarithromycin umgestellt. Alle Kontaktpersonen erhielten eine Chemoprophylaxe. Alle Läsionen waren nach einer Woche vollkommen abgeheilt.

Literatur

  1. Wilson IE et al. Cutaneous diphtheria. N Engl J Med. 2018; 378: e17CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Heinrich Holzgreve
    • 1
  1. 1.

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