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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 5, pp 22–22 | Cite as

Androgenetische Alopezie: Laserlicht scheint Haarausfall am besten zu stoppen

  • Thomas Müller
Literatur kompakt
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Bei androgenetischer Alopezie ist Laserlicht möglicherweise am wirksamsten. Ein indirekter Vergleich per Netzwerkmetaanalyse findet für dieses Verfahren die stärksten Therapieeffekte.

In einer Netzwerkmetaanalyse wurde die Effizienz verschiedener etablierter Therapien gegen androgenetisch bedingten Haarausfall untersucht. Diese Methode ist zwar nur eine Notlösung zur vergleichenden Beurteilung von Wirksamkeit und Sicherheit, kann aber helfen, wenn randomisiert-kontrollierte Vergleiche fehlen, anhand der vorhandenen Daten die Wahrscheinlichkeit abschätzen, mit der eine Therapie wirksamer oder sicherer ist als eine andere.

Verglichen wurden drei Therapieansätze: Hormonmodifizierende 5-α-Reduktaseblocker wie Finasterid oder Minoxidil, die Behandlung mit plättchenreichem Plasma (PRP) und die Bestrahlung mit niedrig dosiertem rotem Laserlicht (Low-Level-Laser-Therapie, LLLT). Die Forscher werteten 22 Untersuchungen mit insgesamt über 2.400 Teilnehmern (zwei Drittel männlich) aus, in denen Alopeziemittel gegeneinander oder gegen Placebo verglichen wurden und die vergleichbare Angaben zur Änderung der Haardichte aufwiesen.

Die Metaanalyse zeigte im direkten, paarweisen Vergleich, dass LLLT die effizienteste aller Therapieformen darstellt (mittlerer Unterschied 66,70; 95%-Konfidenzintervall 24,09–109,31), gefolgt von PRP (23,51; 95%-Konfidenzintervall 9,91–37,11). Auch Finasterid (bei Männern) und Minoxidil 2 % waren effizienter als Placebo. Ansonsten stellten sich PRP, Finasterid (bei Männern und Frauen) und Minoxidil 5 % als annähernd gleich wirksam heraus. Am schlechtesten schnitt Finasterid bei den Frauen ab. Minoxidil 5 % zeigte die meisten medikamentabhängigen Nebenwirkungen (n = 45), PRP hingegen die wenigsten (n = 0).

Die Autoren beurteilen die Qualität der analysierten Studien und die Evidenz der Ergebnisse als niedrig bis sehr niedrig.

© ozgurdonmaz / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

Fazit: In der Netzwerkanalyse zeigte die LLLT gegenüber allen anderen Therapien einen Vorteil. Die Wahrscheinlichkeit, dass die LLLT die wirksamste Therapie gegen androgenetische Alopezie darstellt, berechneten die Forscher mit 92 %. Die PRP ist danach lediglich mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 % am wirksamsten, bei allen anderen Therapien geht die Wahrscheinlichkeit gegen Null. Es gibt allerdings nur wenige direkte Vergleichsstudien bei insgesamt sehr schlechter Studienqualität.

Literatur

  1. Gupta A K et al. Efficacy of non-surgical treatments for androgenetic alopecia: a systematic review and network meta-analysis. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2018; http://doi.org/csgmGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Thomas Müller
    • 1
  1. 1.

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