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hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 5, pp 20–20 | Cite as

Gewichtsreduktion wichtigste Kointervention bei Psoriasis und Psoriasisarthritis

  • Christine Starostzik
Literatur kompakt
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Mit einer therapiebegleitenden Kostumstellung kann der Schweregrad einer Psoriasis beziehungsweise Psoriasisarthritis reduziert werden. Die National Psoriasis Foundation hat jetzt Ernährungsempfehlungen für diese Patientengruppe veröffentlicht.

Ob sich die Schwere einer Psoriasis oder Psoriasisarthritis durch Ernährungsinterventionen beeinflussen lässt, war Gegenstand eines systematischen Reviews über 55 Beobachtungs- und Interventionsstudien mit 77.557 Teilnehmern, davon 4.534 Psoriasispatienten.

Auf Basis der analysierten Daten empfehlen die Autoren übergewichtigen Psoriasispatienten (BMI ≥ 25 kg/m2) eine Gewichtsreduktion durch hypokalorische Ernährung (800–1.400 kcal/Tag). Diese hat nachgewiesenermaßen einen positiven Effekt auf psoriasisarthritisbedingte Gelenkprobleme. Unklar ist jedoch, ob die Art der Diät und/oder der Gewichtsverlust für die erreichte Symptomverbesserung verantwortlich ist.

Erwachsenen Psoriasispatienten mit durch positive Serummarker für Glutensensitivität bestätigter Zöliakie raten die Autoren für zunächst drei Monate zu glutenfreier Kost. Nach dieser Zeit ließen sich bei dieser Symptomatik klinisch wie auch histologisch signifikante Verbesserungen feststellen. Wie sich der Glutenverzicht auf die Psoriasisarthritis auswirkt, ist bislang unklar.

Widersprüchlich sind dagegen die verfügbaren Daten zur oralen Fischölsupplementierung. Deshalb wird die orale Vitamin-D-Supplementation bei normalem Vitamin-D-Spiegel ausdrücklich nicht zur Prävention oder Behandlung der Psoriasis empfohlen. Auf Basis schwacher Hinweise auf eine Verbesserung der Gelenkbeschwerden von Patienten mit Psoriasisarthritis durch Vitamin D empfehlen die Autoren diesen Patienten versuchsweise eine orale Supplementation zusätzlich zur Standardtherapie. Der Nutzen von Selen, Coenzym Q10 und Vitamin E für die Gelenkbeschwerden der Patienten sei dagegen zu wenig belegt, um Empfehlungen aussprechen zu können. Einige der ausgewerteten Studien waren zudem nicht randomisiert, verblindet oder kontrolliert.

Fazit: Erwachsene mit Psoriasis und/oder Psoriasisarthritis können den Schweregrad ihrer Erkrankung reduzieren, indem sie ihre medikamentöse Therapie um eine Ernährungsumstellung ergänzen. Die besten Erfolge zeigen sich dabei in der Gruppe der übergewichtigen und adipösen Psoriasispatienten durch eine hypokalorische Ernährung zur Gewichtsreduktion. Von glutenfreier Kost und einer Vitamin-D-Supplementierung profitieren nur bestimmte Gruppen. Insgesamt können Ernährungsumstellungen, gleich welcher Art, jedoch keinesfalls die medikamentöse Therapie der Psoriasis und Psoriasisarthritis ersetzen.

Literatur

  1. Ford AR et al. Dietary Recommendations for Adults With Psoriasis or Psoriatic Arthritis From the Medical Board of the National Psoriasis Foundation: A Systematic Review. JAMA Dermatol. 2018; 154: 934–50CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Christine Starostzik
    • 1
  1. 1.

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