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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 16, pp 28–28 | Cite as

So fließt das Honorar für die Facharztüberweisung

  • Springer Medizin
AUS DER PRAXIS VON HAUSARZT ZU HAUSARZT
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Dr. Gerd W. Zimmermann Facharzt für Allgemeinmedizin Kapellenstraße 9 D-65719 Hofheim

_ Für die Vermittlung eines Termins beim Facharzt erhalten Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte seit dem 1. September 2019 ein Honorar von 10,07 Euro. Es müssen allerdings einige Spielregeln eingehalten werden:
  • Der Facharzttermin muss innerhalb der nächsten vier Kalendertage liegen. Gezählt wird ab dem Folgetag, nachdem der Hausarzt den Bedarf bei dem Patienten festgestellt hat. Wochenende und Feiertage zählen mit!

  • Der Facharzt darf nicht in derselben BAG oder demselben MVZ tätig sein wie der Hausarzt.

  • Der Patient darf im laufenden Quartal nicht schon bei dem Facharzt in Behandlung gewesen sein. Dies muss der Hausarzt vorher beim Patienten abfragen.

MMW-KOMMENTAR

Die Vermittlung wird mit der Nr. 03 008 bzw. 04 008 EBM abgerechnet, die als Zuschlag zur Versichertenpauschale gelten. Zusätzlich muss bei der Abrechnung die Betriebsstättennummer (BSNR) der Facharztpraxis angegeben werden. Hierfür gibt es im Praxisverwaltungssystem das neue Feld „BSNR des vermittelten Facharztes“.

Die Nrn. können auch im Vertretungsfall angesetzt werden, da eine Terminvermittlung und das Ausstellen einer Überweisung in dringenden medizinischen Fällen nicht ausgeschlossen sind.

Die Ansatzhäufigkeit ist auf 15% der Fachgruppenfälle der Praxis eingeschränkt. Bei 1.000 Behandlungsfällen im Quartal kann die Leistung also maximal bei 150 Patienten abgerechten werden.

Der Hausarzt darf die Terminvermittlung an Praxismitarbeiter delegieren. Die Leistung hat deshalb auch keine Zeitvorgabe, zählt also nicht bei der Plausibilitätsprüfung mit. Der Zuschlag kann auch mehrfach im Quartal beim gleichen Patienten abgerechnet werden, wenn der Hausarzt Termine bei unterschiedlichen Fachärzten medizinisch für erforderlich hält. Hierzu muss er jeweils einen Termin vermitteln und jeweils eine Überweisung ausstellen. Der Zuschlag wird unabhängig davon gezahlt, ob der Patient den Termin auch tatsächlich wahrnimmt.

Ihre Mitarbeiter können die Termine vereinbaren.

© praetorianphoto / Getty Images / iStock

Zwei Fallbeispiele

  1. 1.

    Ein Hausarzt befindet am Freitag, dass ein Patient wegen paroxysmaler Tachykardien dringend zum Kardiologen muss. Der Termin muss spätestens für den folgenden Dienstag vereinbart werden, um die 4-Tages-Frist einzuhalten! (Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag — der Freitag zählt nicht mit).

     
  2. 2.

    Ein Hausarzt stellt am Montag fest, dass ein Patient wegen des Verdachts auf einen Bandscheibenvorfall einen Orthopäden und einen Neurologen sehen muss. Er vereinbart sofort Termine bei beiden Fachärzten. Liegen diese spätestens am Freitag, kann der Zuschlag von 10,07 Euro zweimal vergütet werden (4-Tages-Frist: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag).

     

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