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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 15, pp 28–28 | Cite as

Bessere Palliativbetreuung bei Lebezirrhose

  • C. Niederau
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
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In der palliativen Betreuung von Menschen mit Leberzirrhose spielt der Hausarzt eine wichtige Rolle. Eine Übersichtsstudie arbeitet heraus, wie er diesen Patienten und ihren Angehörigen besser helfen kann.

Prof. Dr. med. C. Niederau Innere Medizin, St. Josef-Hospital, Katholisches Klinikum Oberhausen

Er fühlt sich gut betreut.

© LPETTET / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

_ Mit einer systematischen Literaturanalyse wurden 19 relevante Publikationen aus den Jahren 1950–2017 identifiziert, die meisten aus Industrieländern. Insgesamt waren 1.413 Patienten, 31 betreuende Verwandte sowie 733 Angehörige von Gesundheitsberufen beteiligt. Die Studien kamen übereinstimmend zu folgenden Schlussfolgerungen:
  • Die betroffenen Patienten und ihre Familienangehörigen hatten ein unzureichendes Verständnis über die Leberzirrhose und ihre Folgen.

  • Sie wünschten sich bessere Informationen zu Erkrankung und Therapie sowie psychologische und praktische Empfehlungen zum Umgang mit der Krankheit.

  • Ärzte und Pflegekräfte äußerten Schwierigkeiten bei der Kommunikation über diese Themen mit Patienten und Familienangehörigen.

  • Die Hausärzte überließen die Betreuung zum großen Teil den Hepatologen, die aber wenig davon überzeugt waren, die Patienten adäquat ganzheitlich betreuen zu können.

  • Alle Beteiligten wünschten eine bessere Kooperation von Hepatologen, Palliativmedizinern und Hausärzten.

KOMMENTAR

Die palliative und hospizliche Betreuung konzentriert sich noch immer auf onkologische Patienten. Patienten im Endstadium einer Leberzirrhose haben oft eine ähnlich schlechte Prognose und eine ähnlich hohe Symptomlast. Hier wird leider zu selten und v. a. zu spät an eine gut geplante palliative Begleitung gedacht. Die Prognose kann mit dem Child-Pugh-Score oder dem Model for End-Stage Liver Disease (MELD) recht gut eingeschätzt werden.

Viele Studien haben gezeigt, dass der Patient, seine Familie und das Gesundheitswesen am meisten profitieren, wenn die palliative Betreuung möglichst frühzeitig begonnen wird — durchaus parallel zu therapeutischen Maßnahmen. Voraussetzung für eine partizipative Beteiligung des Patienten ist eine umfassende Aufklärung. Auch eine gute Vernetzung von Hausarzt und Hepatologe ist eine Grundvoraussetzung.

Literatur

  1. Low JTS, Rohde G, Pittordou K et al. Supportive and palliative care in people with cirrhosis: International systematic review of the perspective of patients, family members and health professionals. J Hepatology. 2018;69:1260–73CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • C. Niederau
    • 1
  1. 1.

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