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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 14, pp 73–73 | Cite as

Opioidinduzierte Obstipation

Symptome lindern, Schmerzkontrolle erhalten

  • Silke Wedekind
PHARMAFORUM
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_ Opioidanalgetika wirken über spezifische Opioidrezeptoren, die sowohl im Zentralnervensystem als auch im Gastrointestinaltrakt vorkommen. Wie PD Dr. Viola Andresen, Hamburg, informierte, führt die Aktivierung der Rezeptoren in der Darmwand zu einer Entkopplung der physiologischen peristaltischen Mechanismen, wodurch die longitudinale propulsive Motorik des Darms zum Vorwärtstransport des Stuhls unterbunden wird. Andresen wies darauf hin, dass die opioidinduzierte Obstipation (OIC) für die Patienten extrem belastend sein kann: Die Symprome seien so quälend, dass Patienten lieber ihre Schmerzen ertrügen, als weiterhin Opioide zu nehmen.

Ärzte sollten ihre Patienten daher regelmäßig auf mögliche Beschwerden ansprechen und die OIC nach den Empfehlungen der aktuellen Praxisleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) behandeln, betonte Prof. Sven Gottschling, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar.

Kausale Therapie

Gottschling riet dazu, Patienten mit OIC auf einen der zielgerichteten, peripher wirkenden Opioid-Antagonisten (Peripherally Acting μ-Opioid-Receptor Antagonist = PAMORA) wie Naloxegol (Moventig®) umzustellen, wenn eine Therapie mit Laxanzien nicht innerhalb von ein bis zwei Wochen zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt.

PAMORA antagonisieren die Wirkung der Opioide an den peripheren μ-Opioidrezeptoren. Weil PAMORA die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren, wird die analgetische Wirkung nicht beeinträchtigt. Naloxegol wird einmal täglich eingenommen, kann mit allen gängigen Opioiden kombiniert werden und führt innerhalb von kurzer Zeit zu einer ersten spontanen Stuhlentleerung.

Literatur

  1. Industriesymposium „Breakthrough Cancer Pain and Opioid-induced Constipation: a Focus on Patient-centered Treatment Approaches“, 16th World Congress of the European Association for Palliative Cancer Care (EAPC); Berlin, Mai 2019 (Veranstalter: Kyowa Kirin)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Silke Wedekind
    • 1
  1. 1.

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