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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 14, pp 72–72 | Cite as

Neue Anwendungsdaten

Risiken von Herzinsuffizienten werden gesenkt

  • Joana Schmidt
PHARMAFORUM
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Jede Exazerbation erhöht sein Mortalitätsrisiko.

© Science Photo Library / Phanie / Voisin (Symbolbild mit Fotomodellen)

_ In den USA und in Europa gab es bereits 2014 mehr als eine Million Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz — Tendenz steigend. Rund die Hälfte dieser Patienten litt unter einer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) und etwa ein Viertel musste 30 Tage nach der Entlassung erneut ins Krankenhaus, was zu einer weiteren Verschlechterung der Prognose führt.

„Effektive Strategien, um Rehospitalisierungen zu vermeiden, gibt es, aber sie werden noch zu wenig umgesetzt, da oft finanzielle Anreize fehlen. Dabei verursachen gerade Rehospitalisierungen die meisten Kosten bezüglich Herzinsuffizienz“, sagte Dr. Javed Butler, New York.

Er präsentierte eine Studie, die nahelegt, dass die Behandlung mit dem Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor (ARNI) Sacubitril/Valsartan (Entresto®) sich positiver auf die Rehospitalisierungsrate bei Herzinsuffizienzpatienten auswirken könnte als die Therapie mit dem ACE-Hemmer Enalapril.

Sacubitril/Valsartan in der täglichen Praxis

Der ARNI wird seit drei Jahren erfolgreich zur Therapie von HFrEF eingesetzt: Anwendungsdaten von mehr als 12.000 Patienten, die Sacubitril/Valsartan erhalten hatten, weisen darauf hin, dass das Potenzial des Wirkstoffs noch nicht vollständig genutzt wird. 64% der Betroffenen erhielten die niedrige Dosierung (24 mg/26 mg), die eigentlich für Patienten mit erhöhter Sensibilität, z. B. aufgrund von Begleiterkrankungen wie schwerer Nierenfunktionsstörung, gedacht ist. Nur ein Drittel der Patienten bekam die empfohlene Anfangsdosis von 49 mg/51 mg. Auch die Auftitrierung erfolgte im Praxisalltag oft später als empfohlen.

Die Patienten der Anwendungsstudien waren im Schnitt älter und häufiger in einem höheren NYHA-Stadium als in den klinischen Studien. Aber gerade jüngere HFrEF-Patienten in NYHA-Klasse II können deutlich von Sacubitril/Valsartan profitieren. Rechtzeitig mit der Therapie zu beginnen kann den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Prognose verbessern.

Die Sicherheitsstudie TITRATION zeigte, dass die Mehrheit der Patienten die Zieldosis innerhalb von drei bis sechs Wochen erreichen konnte. Patienten mit HFrEF profitieren von jeder Dosis, doch nur die Zieldosis von 97 mg/103 mg kann auch maximale Effekte erzielen.

Geringere Todes- und Hospitalisierungsraten

Daten der PARADIGM-HF-Studie hatten gezeigt, dass unter Sacubitril/Valsartan gegenüber Enalapril das Risiko für kardiovaskuläre Mortalität oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz um je 20% und das für die Gesamtmortalität um 16% geringer war. Auch die Lebensqualität der Patienten verbesserte sich. „HFrEF-Patienten im Krankenhaus mit Sacubitril/Valsartan zu behandeln hat sich als sicher und effektiv erwiesen“, so Butler.

Literatur

  1. Symposien „Treatment choices to optimise benefits for heart failure patients“ und „Making critical choices for the patient at the right time — join the discussion”, Heart Failure Kongress 2019; Athen, Mai 2019 (Veranstalter: Novartis)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Joana Schmidt
    • 1
  1. 1.

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