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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 14, pp 34–34 | Cite as

Müssen Patienten Impfstoff besorgen?

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AUS DER PRAXIS . HOTLINE
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Helmut Walbert Allgemeinarzt, Medizinjournalist und Betriebswirt Medizin

? Dr. H. F., Allgemeinarzt, Westfalen-Lippe: Weil die GOÄ-Anpassung verschleppt wird, übersteigt mittlerweile der Preis der meisten Impfstoffe die erlaubten 25,56 Euro. Es muss also ein Kostenbeleg mitgeschickt werden. Dies ist aber unmöglich, wenn man größere Packungen bezieht. Sollte man Impfstoffe generell auf einem Rezept verordnen, damit der Patient sie selbst mitbringt? Das wäre problematisch, z. B. weil bei manchen die Kühlkette eingehalten werden muss.

Er musste vorher nicht zur Apotheke rennen.

© FatCamera / Getty Images / iStock

! MMW-Experte Walbert: Sie haben Recht — für Impfstoffe braucht man heutzutage in der Regel einen Beleg. Das ergibt sich aus § 10 GOÄ, nach der Impfstoffe zu den Auslagen gehören, die als Kosten berechnet werden können, und § 12 Abs. 2 Punkt 5, in dem bestimmt ist, dass „der Beleg oder ein sonstiger Nachweis beizufügen“ ist, wenn der Betrag der einzelnen Auslage 25,56 Euro übersteigt. Warum dieser krumme Betrag? Nun, ursprünglich stand dort 50 Deutsche Mark! So alt ist die GOÄ schon ...

Die Rezeptierung ist bei teureren Impfstoffen beliebt, da sie das Hickhack mit dem Beleg verhindert — schließlich hat die Praxis keine Auslagen, die sie berechnen muss. Es ist aber sinnvoll, dem Patienten den Weg zur Apotheke zu ersparen und die Kühlkette zu sichern.

Man kann dafür wie folgt vorgehen: Die Praxis bezieht z. B. Grippeimpfstoff für Privatpatienten im 10er-Pack und erhält dafür eine Rechnung. Auf die Liquidation für den Patienten berechnen Sie ein Zehntel des Packungspreises als Auslage. Die Rechnung von der Apotheke fügen Sie als Kopie bei — es muss kein Originalbeleg sein!

In den meisten Fällen ist übrigens selbst das nicht nötig. Im Prinzip muss nur nachweisbar sein, dass Betrag X ausgegeben wurde. Nur manche PKVen fragen überhaupt nach dem Beleg. In solchen Fällen sollte die Praxis dann die Rechnung für die 10er-Packung hervorzeigen können.

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