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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 11, pp 56–56 | Cite as

Patientenschulung, Impfungen, pflanzliche Exazerbations-Prophylaxe

COPD: Es gibt mehr als nur die Inhalator-Therapie

  • Dirk Einecke
PHARMAFORUM
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Brennpunkt Lunge: Mit Inhalieren allein ist es nicht getan!

© pathdoc / stock.adobe.com

_ Bronchodilatatoren und ggf. inhalative Steroide (ICS) sind zweifelsohne die Basis der Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Doch die Diskussion über die richtige COPD-Behandlung wird weitgehend davon beherrscht, in welcher Reihenfolge und Kombination diese Substanzen einzusetzen sind. Bei einem Symposium auf dem deutschen Lungenkongress (DGP 2019) erinnerte der Fürther Pneumologe Prof. Heinrich Worth an einige weitere Elemente, die therapeutisch eine Rolle spielen.

Punkt 1: Die strukturierte Patientenschulung

Hierbei komme es darauf an, dass die Patienten lernen, Infekt-induzierte und nicht-Infekt-assoziierte Exazerbationen zu unterscheiden und adäquat zu reagieren. Erwiesen sei, dass solche Schulungen Exazerbationen „drastisch reduzieren“ und die Lebensqualität verbessern.

Punkt 2: N-Acetylcystein

Für dieses Sekretolytikum wurde in Studien bei COPD-Patienten ein reduzierender Effekt auf die Exazerbationsfrequenz nachgewiesen [Cazzola M et al. Eur Respir J. 2015;24:451–61].

Punkt 3: 1,8-Cineol

Das bei Bronchitis und Sinusitis eingesetzte Präparat (Soledum®) konnte in einer Studie zeigen, dass es als Begleitmedikation zu Bronchodilatatoren und inhalativen Steroiden in den Herbst- und Wintermonaten die Häufigkeit, Dauer und Schwere von Exazerbationen reduzieren kann, berichtete Worth. Gleichzeitig wurden die Symptomatik und die Lebensqualität Betroffener verbessert.

Worth hatte die Wirkung von täglich 2 × 200 mg Cineol bei 220 Patienten mit einer COPD der GOLD-Stadien II und III (FEV1: 57%) über ein Winterhalbjahr untersucht [Worth H et al. Respir Research. 2009;10:69]. Cineol reduziert die Sekretmenge, steigert die Zilienschlagfrequenz und besitzt antiinflammatorische Effekte. In-vitro-Befunden zufolge wirkt es synergistisch mit ICS, so Worth. Die klinische Effektivität bei COPD sollte seiner Ansicht nach in größeren Studien weiter untersucht werden.

Punkt 4: Impfungen

Alle COPD-Patienten sollten eine Influenza- und eine Pneumokokken-Impfung erhalten.

Punkt 5: Verhalten während einer akuten Exazerbation

Von großer Bedeutung ist nicht zuletzt die strikte Schonung während einer akuten Exazerbation.

Literatur

  1. Symposium „Das Leben zu genießen macht mich nicht mehr atemlos — Umgang mit Exazerbationen bei COPD-Patienten“, Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie; München, März 2019 (Veranstalter: Cassella-med)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Dirk Einecke
    • 1
  1. 1.

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