Advertisement

MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 11, pp 11–11 | Cite as

Hypertonie 2019

Was empfiehlt die neue Leitlinie?

AKTUELLE MEDIZIN . REPORT
  • 52 Downloads

2018 wurde von der ESC/ESH eine neue Hypertonie-Leitlinie vorgestellt. Für die Zielwerte gibt es neue Empfehlungen. Auch für die Differenzialtherapie liegen neue Erkenntnisse vor.

_ Metaanalysen zeigen, dass eine Reduktion des systolischen Blutdrucks um 10 mmHg das kardiovaskuläre Risiko um 20%, das Schlaganfallrisiko um 27% und das Herzinsuffizienzrisiko um 28% senkt. „Diese Daten unterstreichen erneut, wie wichtig eine konsequente Kontrolle ist“, so Prof. Felix Mahfoud, Homburg/Saar.

Nach der neuen Leitlinie liegt ab Werten > 140/90 mmHg eine Hypertonie vor. Als Zielblutdruck gilt: > 120 bis < 130 mmHg/> 70 bis < 80 mmHg für die Mehrzahl der Patienten. (Zur Blutdruckkontrolle bei alten Patienten siehe S. 14.)

Doch welche Antihypertensiva bei welchen Patienten? „Nach einer neueren Metaanalyse reduzieren alle Substanzgruppen das kardiovaskuläre Risiko“, so Mahfoud. Doch seien Diuretika überlegen im Hinblick auf die Verhinderung der Herzinsuffizienz, Betablocker unterlegen bei der Verhinderung des Schlaganfalls, Kalziumantagonisten überlegen bei der Verhinderung von Schlaganfällen, aber unterlegen bei der Verhinderung der Herzinsuffizienz und ACE-Hemmer bzw. AT1-Blocker überlegen bei der Verhinderung von KHK und Herzinsuffizienz.

© SG- design / stock.adobe.com

Hautinspektionen bei HCT

Initialtherapie ist die Kombination RAS-Blocker plus Kalziumkanalblocker oder Diuretikum als Fixkombination, um die Adhärenz zu verbessern. Auf Stufe 2 wird der RAS-Blocker mit dem Kalziumkanalblocker und dem Diuretikum kombiniert. Auf Stufe 3, der resistenten Hypertonie, sollte zusätzlich Spironolacton eingesetzt werden. Betablocker sollten bei kardialer Komorbidität und bei jüngeren Frauen erwogen werden.

Eine Registerstudie zeigte, dass Hydrochlorothiazid (HCT) das Risiko für Hautkrebs erhöht, da die Substanz die UV-Empfindlichkeit der Haut steigert. Die Arzneimittelkommission empfiehlt keine generelle Therapieumstellung aller mit HCT behandelten Patienten, sondern eine individuelle Prüfung. Mögliche Alternativen sind Chlortalidon oder Indapamid. Für diese Substanzen gibt es bisher keine Daten zum Hautkrebsrisiko. Bei HCT-Gabe sollte jedenfalls ein konsequenter Sonnenschutz empfohlen und die Haut regelmäßig inspiziert werden.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • sti
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations