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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 6, pp 62–62 | Cite as

Herzkranke Diabetiker

GLP-1-Analogon bessert kardiovaskuläre Prognose

  • Dirk Einecke
PHARMAFORUM
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_ Der kardiovaskuläre Erkrankungsstatus ist ein zentrales Entscheidungskriterium für die Therapie des Typ-2-Diabetes. Sind Herz und Gefäße des Patienten erkrankt, dann muss eine Therapie mit erwiesener kardiovaskulärer Risikoreduktion erfolgen, erklärte Prof. Stephan Jacob, in Villingen-Schwenningen niedergelassener Diabetologe. So steht es jetzt einheitlich in den wichtigsten internationalen und nationalen Leitlinien [Davies MJ et al. Diabetes Care. 2018;41:2669–701; Das SR et al. J Am Coll Cardiol. 2018;72:3200–23; American Diabetes Association. Diabetes Care. 2019;42(Suppl 1):115–23; Landgraf R et al. Diabetologie. 2018; 3(Suppl 2):144–65].

Die Substanzen mit den besten kardiovaskulären Outcome-Daten sind der SGLT2-Inhibitor Empagliflozin und das GLP-1-Analogon Liraglutid. Die LEADER-Studie [Marso SP et al. N Engl J Med. 2016;375:311–22] untersuchte doppelblind die kardiovaskuläre Sicherheit von Liraglutid im Vergleich zu Placebo bei 9.340 Typ-2-Diabetikern mit manifester kardiovaskulärer oder renaler Erkrankung (81%) oder entsprechenden Risikofaktoren (19%). Nach median 3,8 Behandlungsjahren hatten signifikant weniger (13% vs. 14,8%) Patienten unter Liraglutid schwere kardiovaskuläre Komplikationen erlitten (kardiovaskulärer Tod, Infarkt, Schlaganfall). Auch die Risiken für kardiovaskulären Tod allein betrachtet (4,7% vs. 6,0%) und Tod jeder Ursache (8,2% vs. 9,6%) waren unter Verum geringer.

Entspannt bleiben — trotz Diabetes und Herzschwäche.

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Insulinstatus irrelevant

Neuere Analysen zeigen, dass der Vorteil unter Liraglutid unabhängig davon war, ob der Patient zusätzlich Insulin spritzte [Tack CJ et al. ADA 2018; Poster 438]. Bei Patienten, die bereits eine Insulintherapie hatten, zeigte Liraglutid die gleichen günstigen Effekte auf die Parameter kardiovaskuläres Komplikationsrisiko, Blutdruck, LDL-Cholesterin, HbA1c-Wert und Körpergewicht wie bei Patienten ohne Insulin, erläuterte Jacob. Zudem erhöhte sich die Chance, dass Insulin in der Dosis reduziert oder abgesetzt werden konnte. Insulinpatienten, die Liraglutid einnahmen, senkten ihr Hypoglykämie-Risiko.

GLP-1-Analogon oder SGLT2-Inhibitor?

Patienten mit reduzierter Nierenfunktion, Blasenproblemen und Atherosklerose sind für Jacob Kandidaten für Liraglutid. Patienten, die nicht spritzen wollen oder eine Herzschwäche aufweisen, sollten eher mit Empagliflozin versorgt werden.

Literatur

  1. Pressekonferenz „Diabetesmanagement bei kardiovaskulärem Risiko — Aktueller Stellenwert der GLP-1 Rezeptor-Agonisten“; Frankfurt/.M., Januar 2019 (Veranstalter: Novo Nordisk)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Dirk Einecke
    • 1
  1. 1.

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