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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 6, pp 8–8 | Cite as

Zahlen aus Deutschland

Die Gefahren des „Passiv-Trinkens“

AKTUELLE MEDIZIN MAGAZIN
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Für Deutschland gibt es erste Schätzungen zu alkoholbedingten Schädigungen Dritter, wie zum fetalen Alkoholsyndrom und zu alkoholbedingten Todesfällen im Straßenverkehr.

_ Wissenschaftler um Prof. Ludwig Kraus vom IFT Institut für Therapieforschung in München haben Schätzungen vorgenommen, um das Ausmaß alkoholbedingter Schäden in Deutschland zu ermitteln. Sie stützten sich dabei u. a. auf die Prävalenz von Alkoholgenuss während der Schwangerschaft auf Basis der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) des Robert-Koch-Instituts sowie auf Angaben des Statistischen Bundesamtes und der Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes.

Auf der Grundlage, dass die Prävalenz für Alkoholtrinken während der Schwangerschaft 27,6% betrug, errechneten die Autoren für das Jahr 2014 bei insgesamt knapp 715.000 Lebendgeburten in Deutschland einen Schätzwert für das fetale Alkoholsyndrom von 0,41% (41 pro 10.000 Lebendgeburten pro Jahr). Die Inzidenz der fetalen Alkohol-Spektrum-Störungen wurde auf 1,77% geschätzt (177 pro 10.000 Lebendgeburten pro Jahr).

Im Jahr 2014 gab es zudem insgesamt 2.675 Todesfälle durch Verkehrsunfälle, wovon 1.214 im Zusammenhang mit Alkoholgenuss standen. Das entspricht einem Anteil von etwa 45%. Allerdings geht das Statistikbundesamt davon aus, dass es eine erhebliche Dunkelziffer gibt, weil Alkoholkontrollen bei Unfällen nicht routinemäßig erfolgen. Schließlich starben in dem Jahr 368 Menschen bei Gewalttaten. Die Forscher schätzten, dass davon 55 nach Gewalttätigkeiten unter Alkoholeinfluss gestorben sind. Insgesamt gab es in dem Untersuchungsjahr 250.000 Gewalttaten unter Alkoholeinfluss.

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© Highwaystarz-Photography / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

Literatur

  1. Kraus L et al. BMC Medicine 2019;17:59.  https://doi.org/10.1186/s12916-019-1290-0CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • ple
    • 1
  1. 1.

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