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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 21–22, pp 76–76 | Cite as

Ersparen Sie Ihren Patienten Kopfschmerzattacken!

Neuer Antikörper gegen Migräne verfügbar

  • Gunther Freese
PHARMAFORUM
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Migräneattacken verhindern — dieses Ziel rückt offenbar deutlich näher.

© fred goldstein / Fotolia

_ Das Unternehmen Novartis hat am 1. November 2018 den CGRP-Rezeptorhemmer Erenumab (Aimovig®) in Deutschland eingeführt. Unter der Therapie mit dem vollhumanen monoklonalen Antikörper sank die Zahl der monatlichen Migränetage in der klinischen Studien STRIVE bei episodischer Migräne signifikant um 3,2 (1 × 70 mg/d) bzw. um 3,7 Tage (1 × 140 mg/d) gegenüber 1,8 Tagen unter Placebo (p < 0,0001 für beide Dosierungen), berichtete Prof. Uwe Reuter, Berlin.

Unter 1 × 140 mg/d Erenumab profitierte demnach die Hälfte der Patienten von einer mehr als 50%igen Reduktion der monatlichen Migränetage. Auch bei Patienten mit chronischer Migräne war Erenumab signifikant wirksamer als Placebo.

Nach Reuter bestätigt die Studie LIBERTY diese Daten. Patienten mit episodischer Migräne, die mehrfach erfolglos vorbehandelt waren, erreichten unter Erenumab eine Besserung ihrer Migräne. Bei durchschnittlich 9,3 Migränetagen zu Studienbeginn sank die Zahl der Migränetage im Mittel um 1,76 Tage gegenüber 0,15 Tagen unter Placebo. 30,3% dieser Patienten erreichten also eine Reduktion der monatlichen Migränetage um 50%, während es unter Placebo nur 13,7% waren.

Nebenwirkungen auf Placeboniveau

Im Gegensatz zu den meisten derzeit zur Prophylaxe der Migräne angewendeten Therapien ist Erenumab gut verträglich. Die Nebenwirkungen lagen auf Placeboniveau, einzig Obstipationen waren geringfügig häufiger, insbesondere unter der 140-mg-Dosierung.

Mithilfe eines Autoinjektors können sich die Patienten den Wirkstoff leicht selbst applizieren. Trotz der einfachen Handhabung ist es empfehlenswert, die erstmalige Gabe unter ärztlicher Anleitung vorzunehmen. Die empfohlene Dosierung beträgt 70 mg Erenumab alle vier Wochen. Es gibt es jedoch Hinweise, dass bei Patienten mit mehreren erfolglosen Vorbehandlungen die Gabe von 140 mg von Vorteil sein kann.

Die klinische Wirkung tritt oft bereits nach einer Woche ein, berichtete Dr. Lars Neeb, Berlin. Laut Fachinformation sollte bei Patienten, die nach drei Monaten Behandlung noch kein Ansprechen gezeigt haben, die Einstellung der Therapie erwogen werden. Eine Anwendung in der Schwangerschaft soll laut Fachinformation ebenso wie bei Kinderwunsch vorsichtshalber unterbleiben. Ferner wird der Einsatz von Erenumab bei kardiovaskulär vorerkrankten Patienten derzeit nicht empfohlen. Wechselwirkungen mit Triptanen sind laut Neeb kein Problem nicht zu befürchten, auch gebe es keine Auswirkungen auf das Immunsystem.

Die Kosten für eine 70-mg-Dosis betragen laut Hersteller 688 Euro. Derzeit besteht keine Einschränkung bei der Erstattung.

Literatur

  1. Industriesymposium „Erenumab, ein monoklonaler Antikörper gegen den CGRP-Rezeptor — Hoffnung auf eine bessere Migräne-Prophylaxe?“, Neurowoche 2018; Berlin, Oktober 2018 (Veranstalter: Novartis)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Gunther Freese
    • 1
  1. 1.

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