Advertisement

MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 21–22, pp 38–38 | Cite as

Ein gezielter Squash-Ball auf die Halsschlagader

  • H. Holzgreve
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
  • 46 Downloads

Prof. Dr. med. H. Holzgreve Internist, München

Ein 55-jähriger Mann begab sich wegen einer plötzlich einsetzenden Schwäche der rechten Körperseite und Aphasie in ärztliche Behandlung. Im CT-Angiogramm zeigten sich jeweils linksseitig ein Verschluss der A. carotis und ein Thrombus in der proximalen A. cerebri media. Nach intravenöser Thrombolyse verschwanden die Beschwerden bis auf eine leichte Dysphasie.

Zwei Tage nach Beginn der Behandlung erinnerte sich der Patient, dass er zwei Wochen zuvor beim Squash von einem Ball an der linken Halsseite getroffen worden war (Abb. A). In der daraufhin angefertigten MR-Angiografie mit Kontrastmittel zeigte sich eine Dissektion der A. carotis, die als Ursache für die Beschwerden angesehen wurde.

A: Abdruck des Balls genau über der A. carotis. B: Karotisdissektion auf dem MR-Angiogramm.

© BMJ. 2018;362:k3062

Dissektionen der Halsschlagader sind für 10–25% aller zerebralen Ischämien bei jungen Patienten verantwortlich. Etwa 40% davon sind traumatisch bedingt. Noch Wochen nach dem Ereignis kann es zu Hirnembolien kommen.

Der Patient hat freiwillig Squash gespielt. Wenn er bei diesem Namen, den man mit „Zerquetschen“ übersetzen kann, überhaupt an etwas gedacht hat, dann sicher an den Ball und nicht an seine Karotis. Der aus Gummi bestehende Squash-Ball kann Geschwindigkeiten von 200 km/h erreichen.

Literatur

  1. Marrinan E, Robertson F, Turner D. The dangers of playing squash. BMJ. 2018;362:k3062CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • H. Holzgreve
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations