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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 21–22, pp 12–12 | Cite as

Die Zukunft der Juckreiztherapie Was tun, wenn nichts wirkt?

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AKTUELLE MEDIZIN . REPORT
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Gabapentin/Pregabalin: Die Epilepsiemedikamente Gabapentin und Pregabalin werden bereits beim urämischen Pruritus erfolgreich als Erstlinientherapeutika eingesetzt. Bei Patienten mit cholestatischem Pruritus wurden sie bisher u. a. in einer Studie an sieben Patienten (vs. sechs Kontrollen) getestet. Der gewünschte Effekt blieb zwar aus, was Kremer jedoch vor allem auf die zu kurzen Behandlungsdauer von lediglich zwei Wochen zurückführte: „Den vollen Effekt haben Sie erst nach sechs bis acht Wochen!“ In einer eigenen retrospektiven Studie unter Real-life-Bedingungen konnte die Juckreizintensität, gemessen auf einer 10-Punkte-VA-Skala, deutlich gesenkt werden (von 8,4 auf 2,6).

Fibrate: Dass Fibrate nicht nur Lipide senken, sondern auch anticholestatische Eigenschaften haben, ist bekannt. In einer aktuell im NEJM publizierten Studie wurden PBC-Patienten, die unzureichend auf Ursodeoxycholsäure ansprachen, zusätzlich mit Bezafibrat behandelt. Ergebnis: Die Juckreizintensität ging signifikant zurück. Auch wenn die mittlere Juckreizintensität bei den beteiligten Patienten relativ gering war, zeigte sich Kremer optimistisch: „Einen Versuch ist es wert!“ In der FITCH-Studie (Fibrates for the treatment of cholestatic pruritus) wird dieses Therapiekonzept derzeit noch einmal spezifisch untersucht.

IBAT-Inhibition: Eine möglicherweise kausale Therapie des cholestatischen Juckreizes könnte mit dem IBAT-Inhibitor GSK672 realisiert werden (IBAT steht für Ileal-Bile-Acid-Transporter, ein Mechanismus, der im terminalen Ileum für die Rückresorption von Gallensalzen zuständig ist.) Damit ließ sich nach zwei Wochen Behandlung eine bis zu 60%ige Pruritusreduktion bei PBC-Patienten mit teilweise schwerstem Juckreiz erzielen. Eine Phase-III-Studie unter Beteiligung des Klinikums Erlangen ist angelaufen.

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