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InFo Neurologie & Psychiatrie

, Volume 21, Issue 7–8, pp 12–12 | Cite as

Bei Migräne häufiger kardio- und zerebrovaskuläre Erkrankungen

Indikator für ein erhöhtes vaskuläres Risiko

  • Springer Medizin
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Fragestellung: Haben Patienten, die unter einer Migräne leiden, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von kardio- oder zerebrovaskulären Erkrankungen?

Hintergrund: Es gibt eine Vielzahl von populationsbezogenen Studien und Registerstudien, die einen Zusammenhang zwischen Migräne, Schlaganfällen und Myokardinfarkten gefunden haben. Dieses Risiko ist bei Frauen, die unter einer Migräne mit Aura leiden, höher als bei Migräne ohne Aura und bei Männern.

Patienten und Methodik: Es wurde eine Metaanalyse von 16 Kohortenstudien durchgeführt, die 394.942 Patienten mit Migräne und 757.465 Kontrollen ohne Migräne auswerteten. Erfasst wurden kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Ereignisse wie ischämische oder hämorrhagische Schlaganfälle, Myokardinfarkte sowie die Gesamtmortalität.

Ergebnisse: Migräne erhöhte das Risiko von schwerwiegenden kardiovaskulären und zerebrovaskulären Ereignissen (Hazard Ratio [HR]: 1‚42, 95 %-Konfidenzintervall [KI]: 1‚26–1‚60, p < 0‚001). Dieses Ergebnis war überwiegend auf das erhöhte Risiko von Schlaganfällen (HR: 1‚41) zurückzuführen, bei einem etwas geringeren Risiko für Myokardinfarkte (HR: 1‚23). Die Gesamtmortalität war nicht signifikant erhöht (HR: 0‚93, 95 %-KI: 0‚78–1‚10). Bei Migräne mit Aura betrug die HR 1‚56 für Schlaganfall und es bestand eine erhöhte Mortalität.

Schlussfolgerung: Patienten mit Migräne haben ein erhöhtes Risiko für vaskuläre Krankheiten, aber insgesamt keine erhöhte Mortalität.

Kommentar von Hans-Christoph Diener, Essen

Bei Frauen mit Migräne und Aura gezielt vaskuläres Risiko erfassen

Wie die einzelnen Kohortenstudien zeigte auch diese Metaanalyse einen überzeugenden Zusammenhang von Migräne, insbesondere Migräne mit Aura, mit zerebro- und kardiovaskulären Ereignissen. Über die gesamte Migränepopulation hinweg ist die Gesamtmortalität nicht unterschiedlich. Obwohl das relative Risiko eindeutig erhöht ist, ist die Zahl der absoluten Ereignisse relativ gering, da es sich um eine überwiegend junge Population handelt. Dessen ungeachtet sollten aber bei Frauen mit häufiger Migräne mit Aura vaskuläre Risikofaktoren erfasst und intensiv behandelt werden.

Literatur

  1. Mahmoud AN, Mentias A, Elgendy AY et al. Migraine and the risk of cardiovascular and cerebrovascular events: a meta-analysis of 16 cohort studies including 1 152 407 subjects. BMJ Open 2018; 8: e020498CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Springer Medizin

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